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Bayern Baskets: Nur noch Pleiten!
Von Arno Nahler „Die anderen Teams können unsere Mannschaft nur noch mit dem Fernglas in der Tabelle sehen.“ Diesen Satz hat Uli Hoeneß einmal geprägt und er bezog sich auf Münchens Fußballer. Bei den Basketballern, die ja bekanntlich eine Herzensangelegenheit des FC Bayern-Ehrenpräsidenten darstellen, gilt Ähnliches - allerdings im umgekehrten Sinn. Die Tabellenspitze der EuroLeague ist für die Bayern Baskets mittlerweile so weit entfernt, dass man ein gutes Fernglas benötigt, um sie zu sehen.
Das Minimalziel der Münchner, die Play-Inns, ist in weite Ferne gerückt. Besonders die hohen Niederlagen gegen Dubai und Roter Stern Belgrad kommen einer Blamage gleich. In der Defensive gab es große Lücken: Fast 95 Punkte im Schnitt kassierten die Bayern bisher. Offensiv ist das Team noch keine Einheit. Es gab zu viele Fehlwürfe und Ballverluste. Ein Andreas Obst, einer der besten Werfer der Vorsaison, fiel bisher mehr durch Fehler auf. Bei 24 Spielminuten erreichte er gerade zehn Punkte im Schnitt.
Die Ursachen des Fehlstarts? Ein neuer Trainer sowie viele neue Spieler müssen natürlich erst einmal zusammenfinden. „Wir müssen akzeptieren, dass die Dinge Zeit brauchen“, sagte (der ebenfalls neue) Sportchef Thorsten Leibenath. Zeit, die die Bayern international nicht haben. Nach neun Spieltagen stehen sie bei 2:7-Siegen auf Platz 18. Was ans Vorjahr erinnert, als die Bayern die europäische Saison angesichts von nur fünf Siegen schon nach der Vorrunde abhaken mussten. Als Svetislav Pesic übernahm, war es zu spät.
Trainer Anton Gavel ist sicher mit Schuld am Fehlstart. Er verfügt über 15 gesunde Spieler, die er aber oft so unsystematisch einsetzt, als würde er würfeln. Belastungssteuerung hin oder her, aber ein fester Stamm ist unbedingt nötig, wenn sich die Spieler an sein neues System gewöhnen sollen. Manche Fans fordern bereits die Ablösung des Trainers. Angesichts der besonderen Umstände seiner Verpflichtung im Sommer dürfte dies keine Lösung sein. Vielleicht stellt man dem, auf europäischer Ebene unerfahrenen Coach dagegen einen erfahrenen Berater zur Seite, der die Bayern wieder in ruhigeres, erfolgreiches Fahrwasser leitet. Es ist bereits fünf vor zwölf, aber vielleicht noch nicht zu spät!
Hier die letzten drei Spiele der Bayern Baskets: 91:107-Heimniederlage gegen Dubai Auch im dritten Versuch kein Heimsieg: Die Bayern-Basketballer haben am siebten EuroLeague-Spieltag gegen Dubai nach einer schwachen ersten Hälfte deutlich 91:107 (36:63) verloren. Die gut 9.000 Zuschauer im SAP Garden konnten trotz ihres nicht nachlassenden Supports nicht verhindern, dass die Defense ihres Teams in der ersten Halbzeit nicht erschien und man sich zu lange passiv durch das Duell mit einem Final Four-Kandidaten mühte. Es folgte, wie in der Vorwoche bei Besiktas, der echte Wille zur Aufholjagd, doch das Loch war einfach zu tief.
Unglückliches 84:88 gegen Barcelona Die Bayern-Basketballer haben gegen den FC Barcelona trotz einer starken kämpferischen Leistung den ersten EuroLeague-Heimsieg verpasst. Vor 11.100 Zuschauern im SAP Garden verlor das Team von Anton Gavel mit 84:88 (42:41). In der Schlussphase nutzte der Favorit Münchner Fehler eiskalt aus. Es bleibt bei nur zwei Siegen. Anton Gavel, Cheftrainer FC Bayern Basketball: „Natürlich wollten wir dieses Heimspiel gewinnen, doch leider haben wir im letzten Viertel keine Stopps bekommen gegen Barcelonas Spieler Punter und uns ein paar Ballverluste geleistet.
Die vier Auswärtsspiele, die jetzt auf uns zukommen, sind sicher nicht einfach. Aber wir brauchen Siege, egal wo, am besten schon am Donnerstag, obwohl wir wissen, wie schwer es wird. Auswärts haben wir zwei Siege geholt und wir brauchen jetzt einen Erfolg, dass wir wieder mehr an uns glauben.“ Von einem erhofften Sieg in Belgrad am Donnerstag waren die Bayern dann jedoch wieder so weit entfernt wie die Erde vom Mond.
Klares 73:103 vor 15.000 Fans bei Roter Stern Keine Chance auf Nummer drei: Nach der guten Vorstellung vom Dienstag gegen Barcelona (84:88) haben die Bayern-Basketballer nur 48 Stunden später das erste von vier EuroLeague-Auswärtsspielen in Serie deutlich verloren. Vor gut 15.200 Zuschauern in Belgrad bezogen sie eine verdiente 73:103 (31:48)-Niederlage gegen Roter Stern Belgrad. Auch nach neun Partien bleibt es somit bei zwei Siegen. Nicht nur im zweiten Viertel (16:29) fehlten die im serbischen Hexenkessel nötige Intensität und Widerstandskraft gegen aufgedrehte Gastgeber.
Vladimir Lucic: „Wie schon vorher erwähnt, ist das hier ein schwieriger Court für den Gegner. Wir haben ihnen in der ersten Halbzeit zu viel Selbstvertrauen gegeben, jeder 50:50-Ball landete bei ihnen. Wir haben einfach keinen Weg gefunden, zu antworten, weder defensiv noch in der Offense. Wir haben diese Abfuhr heute definitiv verdient.“
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