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Ausstellungen

Grenzen der Freieheit_Margarete & Jakob Hentze_Little Universe Rolling

Margarete & Jakob Hentze: Little Universe Rollin.

Aktueller denn je: Ausstellung „Grenzen der Freiheit“

Ab dem 18. Juni lädt die Ausstellung im Münchner Werksviertel-Mitte mit sechs eindrucksvollen Installationen zum Austausch und Reflektieren ein. Das Künstler*innenkollektiv democraticArts untersucht bereits seit 2010 gesellschaftlich relevante Themen mit künstlerischen Mitteln. Sie laden jetzt in der whiteBOX im Münchner Werksviertel zu einer Ausstellung ein, deren Thema aktueller nicht sein könnte: Was bedeutet Freiheit heute? Ist sie ein Recht, eine Pflicht oder vielleicht eine Illusion?

Fünf künstlerische Positionen beleuchten das komplexe Spannungsfeld. Margarete und Jakob Hentze laden mit ihrer vergänglichen Pappskulptur „Little Universe Rolling“ (2026) zum Nachdenken über die Unendlichkeit ein: Indem sie die platonischen Körper auf eine Kugel projizieren, fragen sie, ob die Freiheit der Gedanken genauso grenzenlos ist wie das Universum selbst – oder ob wir diese Unendlichkeit nur symbolisieren können. Zur Finissage lädt das Künstlerpaar zum Spaziergang durchs Werksviertel-Mitte ein.

Rupert Jörg greift in seiner Videoarbeit „Gender-specific Bobo Dolls“ (2018) auf das klassische Bobo-Doll-Experiment zurück, um zu zeigen, wie Verhalten durch bloßes Beobachten und Kopieren – oft unbewusst – von Generation zu Generation weitergegeben wird. Seine überzeichnete Darstellung kritisiert nicht nur die ethischen Bedenken solcher Experimente, sondern auch, wie unbewusste Muster aus der Vergangenheit unsere heutige Freiheit prägen.

Ein scharfer Kontrast dazu entsteht bei Tomaž Krambergers Serie „Ohne Titel“ (2015). Durch die sichtbare Darstellung gesammelter Fingerabdrücke macht er deutlich, wie leicht Spuren unserer Identität für Überwachung und Missbrauch genutzt werden können, und hinterfragt damit das Recht auf informationelle Selbstbestimmung in einem kontrollierenden Staat.

Eine fast schon surreale Auseinandersetzung mit Zwang und Freiheit bietet Siegfried Urlbergers Installation „Zenda“ (2006). Eine Maschine, die nur lebt, solange sie im Käfig gefangen ist und der Betrachter den Stromschalter drückt. Ihr Schöpfer hat damit die Grenzen ihrer Freiheit ebenso beschränkt, wie die Besucher, die ihr diese nur so lange gewähren, wie der Taster gedrückt wird.

Freiheit existiert also paradoxerweise nur innerhalb der gesetzten Grenzen – und wir können selbst diese Grenzen respektieren oder sie verletzen. Abschließend dekonstruiert Patricia Wich in ihrer Videoarbeit „Maria Bonita“ (2012) mit der gewaltsamen Zerstörung einer Hochzeitstorte im tropischen Garten traditionelle Werte und Rollenbilder. Die Zerstörung wird hier als Befreiung von kulturellen Zwängen und der Illusion einer perfekten Welt inszeniert, die uns oft vorgibt, was wir erstreben sollen.

Gemeinsam bilden die Werke eine Einladung, die eigenen Wahrnehmungsgrenzen zu hinterfragen und die vielschichtige Natur der Freiheit neu zu entdecken. Sie eröffnet einen lebendigen Raum für Fragen, Lauschen, Entdecken, Staunen, Gestalten, Inspiration und Dialog. „Gerade in unsicheren Zeiten brauchen wir Räume, in denen wir uns zuhören und neue Perspektiven entwickeln können“, erklärt Ausstellungskuratorin Kristin Brunner. „Die Ausstellung „Grenzen der Freiheit“ schafft diesen Raum – offen für alle.“

Ausstellung „Grenzen der Freiheit“
whiteBOX, Atelierstr. 18, 81671 München
Eröffnung am 18.6. um 18 Uhr mit Führung durch die Kuratorin
Ausstellung vom 18.6. bis 28.6., Do, Fr, Sa von 15-20 Uhr und So von 14-20 Uhr
Künstler*innen-Talk am 20.6. um 18 Uhr
Führung am 27.6. um 17 Uhr
Finissage am 28.6. mit Performance um 17 Uhr.

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