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Rasem Baban und Frank Müller. Foto: Tierpark Hellabrunn/Marc Müller

Rasem Baban und Frank Müller. Foto: Tierpark Hellabrunn/Marc Müller

Premiere im Münchner Tierpark
Hellabrunn wildert nachgezüchtete Bachforellen im Auer Mühlbach aus

Mit dem In-situ-Artenschutzprojekt im Fischbruthaus fördert Hellabrunn die Erhaltung der gefährdeten, heimischen Bachforelle. Erstmalig setzte der Tierpark nun mehrere hundert Jungfische in den Auer Mühlbach ein und stärkt damit die heimische Biologische Vielfalt.

Mit der endgültigen Fertigstellung des Mühlendorfs im Juli 2019 können große und kleine Entdecker bedrohte, heimische Tierarten hautnah erleben und über sie lernen. Eine neue Erkenntnis für viele Besucher dabei: Auch zahlreiche heimische Fischarten sind in ihrem Bestand gefährdet. Der Gewässerausbau und Querbauten im Gewässer machen vielen Arten das Leben schwer. Das Einsetzen von Jungfischen bedrohter Arten ist eine wichtige Naturschutzmaßnahme. An solchen Maßnahmen beteiligt sich auch Hellabrunn aktiv.

Im Fischbruthaus des Mühlendorfs hat der Tierpark mehrere hundert Bachforellen erfolgreich aufgezogen. Diese wurden nun erstmalig in Kooperation mit den Isarfischern, die über das Besatzrecht der durch den Tierpark fließenden Gewässer verfügen, in den Auer Mühlbach eingesetzt. Die ausgewilderten Fische sollen dazu beitragen, die Bestände zu stabilisieren.

„Das Hellabrunner Fischbruthaus im Mühlendorf ist ein wertvolles In-situ-Artenschutzprojekt - ein Schutzprojekt vor Ort im natürlichen Verbreitungsgebiet der Fischarten. Gefährdete Arten werden hier nachgezüchtet und in heimischen Gewässern wiederangesiedelt. Der Tierpark Hellabrunn leistet mit seinem Artenschutzprojekt einen aktiven Beitrag zum Erhalt der heimischen Biodiversität“, freut sich Tierpark-Direktor Rasem Baban.

Wie so eine Fischzucht abläuft, lässt sich gut in der „Kinderstube“ der Bachforellen, im Fischbruthaus des Mühlendorfs, erfahren: Das Erbrüten der befruchteten Fischeier erfolgt in sogenannten Zugergläsern. Frisches, sauerstoffreiches Wasser wird ständig von unten durch den Flaschenhals zugeführt und läuft über den oberen Rand der Gläser ab. Dadurch werden die im Wasser schwebenden Eier gleichmäßig umspült und optimal mit Sauerstoff versorgt. „Es ist ein schwieriges Unterfangen, die heimische Bachforelle zu halten und aufzuziehen. Sie reagiert äußerst sensibel auf die Temperatur und den Sauerstoffgehalt im Wasser“, erklärt Frank
Müller, Kurator und Bereichsleiter des Hellabrunner Aquariums. Läuft alles nach Plan, schlüpfen die Kleinen nach etwa 40 Tagen.

„Die in Hellabrunn gezüchteten Bachforellen sind nun etwa 10 cm groß und kräftig genug, um zu überleben. Sie werden sukzessive in den Auer Mühlbach entlassen, so dass sie sich ungehindert ihren Lebensraum suchen können“, so Frank Müller weiter.

Bei der jährlich stattfindenden Bachauskehr des Auer Mühlbachs wird der Tierpark Hellabrunn Rückmeldung über die Überlebensrate der ausgesetzten Bachforellen erhalten. Wenn das Wasser abgelassen ist, lässt sich der Bestand der verschiedenen Fischarten in den stehen gebliebenen Gumpen des Auer Mühlbachs exakt ermitteln. Auch im nächsten Jahr wird es, diesmal mit der Europäischen Äsche, wieder ein Erhaltungszuchtprojekt einer heimischen Fischart im Hellabrunner Fischbruthaus geben.

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