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SOS_Spende_Ubootverband

Jürgen Weber, Fregattenkapitän a.D., militärischer Berater bei der Serie „Das Boot“ und langjähriger Pate des SOS-Kinderdorfes Ammersee-Lech, übergibt die gesammelten Spendengelder an Gertrud Halas, Öffentlichkeitsarbeit SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech.
Foto: Stefanie Grimm

Ubootfahrer spenden an SOS-Kinderdorf

Der Vorsitzende der Ubootkameradschaft München Jürgen Weber überreichte Gertrud Halas, Öffentlichkeitsarbeit SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech, 350 Euro als Spende für das SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech. Weber fuhr von 1980 bis 1992 auf U-Booten der Marine – fünf Jahre als Wachoffizier, fünf Jahre als Kommandant. So wundert es kaum, dass er mit dieser Erfahrung seit 2017 militärischer Berater der Sky-Serie „Das Boot“ ist.

Eintrittsgelder als Spende
Zum gemeinsamen Kinoerlebnis mit den ersten beiden Folgen der vierten Staffel der Serie „Das Boot“ lud er im Namen der Ubootkameradschaft München ins „Ostermayr“-Kino in München ein. Die Bavaria Fiction GmbH hatte den Ubootfahrern zum Serienstart kostenlos das Kino – benannt nach dem Filmpionier Peter Ostermayr – zur Verfügung gestellt. 27 Personen fanden sich in der Bavaria Filmstadt ein, um in geselliger Runde dem spannenden Handlungsstrang zu folgen. Die Gäste im „Ostermayr“ spendeten die „gesparten“ Eintrittsgelder auch in diesem Jahr an das SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech. „Wir freuen uns sehr, über die treue und herzliche Unterstützung,“ sagte Halas bei der Übergabe im SOS-Kinderdorf in Dießen. Weber ist auch privat langjähriger Pate des SOS-Kinderdorfes Ammersee-Lechs.


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Was Indianer/-innen können müssen? Auf jeden Fall Feuermachen!

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Ein kleiner Indianer aus dem SOS-Kinderdorf in Dießen übt sich im Pfeil- und Bogenschießen. Natürlich mit selbst konstruiertem Pfeil! Fotos: Gertrud Halas

Leben wie die Indianer

Jedes Jahr verwandelt sich das SOS-Kinderdorf in Dießen Anfang September in ein Indianerdorf. Die Kinder leben in ihren Indianerclans eine Woche lang im Einklang mit der Natur. In der Eingangszeremonie wurde beim diesjährigen Indianer-Feriencamp im SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech Salbei entzündet und behutsam der aufsteigende Rauch mit der Feder vor den Gesichtern der Teilnehmer*innen verteilt. Jedes Kind und jede/r Jugendliche legte seinen regulären Namen ab, um als „Weiße Feder“, „Blutiger Wolf“ oder „Schwarze Kralle“ seinen Platz in der Indianergemeinschaft einzunehmen.


Die Pädagog*innen vor Ort bieten den Kinderdorfkindern ein musikalisches und gestalterisches Programm unter freiem Himmel an. Sie bauen ihre eigenen Pfeile, um damit Bogen zu schießen. Sie komponieren ihre eigenen Lieder, um sie am Feuer zu singen. Ja sogar ein selbst geschriebenes Theaterstück führen die kleinen Indianerhäuptlinge und ihre Clans auf. Ein Novum dieses Jahr: alle Kinder und Jugendlichen gestalteten gemeinsam einen Totempfahl, den sie aus Holzkisten zusammenzimmerten und bemalten.

Selbstwirksamkeit und Teamgeist
„Mit dem Kreativprogramm zielen wir darauf ab, dass die Kinder sich selbst auf neue Weise als wirksam erleben,“ erläutert Roger Kretschmann, Pädagoge im SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech und Mitinitiator des Feriencamps. „Diese intensiven Tage im Freien – das Singen, Tanzen und Spielen im Grünen – wirken insgesamt heilsam.“ Wobei nicht immer alles eitel Sonnenschein ist – wie in jeder Gruppe. Das gemeinsame Lagerleben ist herausfordernd. Konflikte mit gegenseitigem Respekt und Wertschätzung voreinander zu lösen, ist ein wichtiger Lernprozess, der während der Zeit im Camp verinnerlicht werden soll. Die Kinder und Jugendlichen nehmen Rücksicht, helfen zusammen und bringen sich mit ihren besonderen Fähigkeiten ein. Die einen entzünden das Feuer mit dem Feuerstein, andere bereiten selbständig eine Performance für die Abendgestaltung vor oder streifen über die Wiesen und suchen Obst für das
gemeinsame Mittagsessen.

Kräuterpädagogin Evelyn Lichtenwald alias „Tanzende Birke“ prägt das Indianer-Camp durch ganz praktisches Wissen zur Natur. Sie erklärt, welche Kräuter man essen darf oder welche Schmerzen sie lindern. Dieses Jahr konstruierte sie mit den kleinen Indianern natürliche „Mücken-Roller“ zum Schutz vor den allabendlich störenden Plagegeistern. Sie schulte aber auch das Bewusstsein für saisonales Obst und Gemüse wie für nachhaltige Essenszubereitung.

Eine Erfolgsgeschichte
Schon in seinem Studium entwickelte Johannes Bauer, ebenfalls Mitinitiator des Camps, Gitarrist und Pädagoge, das Konzept der Indianer-Woche. Er wollte seine Begeisterung für Musik weitergeben, aber auch einen Sinn für Gemeinschaft und Natur. Gemeinsam mit den „naturindianer-kids gUG“ in München entwickelten die pädagogischen Fachkräfte im SOS-Kinderdorf in Dießen vor Ort die Konzeption weiter. Seit mittlerweile sieben Jahren findet das Feriencamp statt – regelmäßig nehmen die Kinderdorfkinder mit Begeisterung teil.

Der Kooperationspartner „naturindianer-kids gUG“ spendet jedes Jahr das Tipi, das auf einer Wiese im Dorf aufgebaut wird. Gefördert wird das Projekt aus dem Fördertopf „Kultur macht stark" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es wurde in den Jahren 2017 und 2020 mit dem „Best Practice Award“ des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) im Rahmen von „Kultur macht stark“-Projekten ausgezeichnet.

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