|
Zwischen Zerstörung, Identität und verborgenen Netzwerken Über 600 Gäste feiern den Design-Nachwuchs der AMD
Über 600 Gäste, 13 Abschlusskollektionen und visionäres Design: Auf der STAGE.26 feierte die AMD Akademie Mode & Design in München ihren kreativen Nachwuchs. Im Fokus des großen Runway-Events im MTC world of fashion standen gesellschaftliche Umbrüche, tiefgreifende Identitätsfragen und handwerkliche Exzellenz.
Die AMD Akademie Mode & Design lud jetzt zum zentralen Mode-Event des Jahres: der STAGE.26. Im MTC world of fashion präsentierten die Absolvent:innen des Studiengangs Mode Design (B.A.) ihre finalen Kollektionen vor rund 610 begeisterten Gästen – darunter Pressevertreter:innen, Branchenexpert:innen und die lokale Kreativszene. Begleitet wurde das Event von der großen Werkschau am AMD Campus, die die gesamte Bandbreite der kreativen Studiengänge zeigte.
Den Kern des abendfüllenden Runway-Events bildeten die 13 Bachelor-Kollektionen sowie ausgewählte Semesterarbeiten aus dem ersten und dritten Semester. Die Entwürfe spiegelten eine bewusste Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt wider. Von Kollektionen, die tief in familiären Biografien verwurzelt sind, über die Infragestellung traditioneller Rollenbilder bis hin zu handwerklicher Exzellenz – die Absolvent:innen nutzten traditionelle Techniken, um feine Details, Bekleidung, aber auch innovative Brillen- und Taschen-Konzepte zu kreieren.
Höhepunkt des Abends war die mit Spannung erwartete Vergabe der „Best Graduate“-Awards. Die hochkarätig besetzte Fachjury zeichnete in diesem Jahr gleich zwei herausragende Talente für ihre visionären Arbeiten aus: Mai Linh Vu und Gina Schmitt.
Mai Linh Vu überzeugte mit ihrer Kollektion „Yagi – Die Untersuchung des Prozesses, von dem Entstehen eines Fundamentes kollektiver Identität durch das Erleben von Naturkatastrophen“. Sie übersetzt die rohe Naturgewalt und die darauffolgende Neuordnung der Gesellschaft in anspruchsvolles Design. „Meine Kollektion übersetzt die Kraft, Zerstörung und Widerstandsfähigkeit des Sturms 'Yagi' in tragbare Formen und öffnet zugleich einen Raum für Faszination vietnamesischer Kultur“, erklärte die Designerin ihre tiefgründige Arbeit.
Ebenso prämiert wurde Gina Schmitt mit „Mycæra – Threads of the unconscious“. Ihr Konzept zieht faszinierende Parallelen zwischen dem menschlichen Unterbewusstsein und den unsichtbaren Myzel-Netzwerken von Pilzen. „Für mich hat sich auch die Entwicklung der Kollektion wie ein verborgenes Netzwerk angefühlt“, beschreibt Schmitt ihren Prozess. „Ich bin durch viele Ideen, Zweifel und Fehlversuche gegangen, die am Ende niemand mehr sieht. Sichtbar bleiben dabei nur meine sechs finalen Looks. Aber darunter liegt – wie beim Mycel – viel mehr.“
|