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Portrait Dr. Vreni Häussermann, Rolex-Awards Preisträgerin 2016 und ZSM Alumna. Foto: Rolex

Portrait Dr. Vreni Häussermann, Rolex-
Awards Preisträgerin 2016 und ZSM Alumna. Foto: Rolex

The Rolex Award goes to Dr. Vreni Häussermann! Festliche Preisverleihung im Dolby Theatre, "Home of the Oscars". Foto: Rolex

The Rolex Award goes to Dr. Vreni Häussermann! Festliche Preisverleihung im Dolby Theatre, “Home of the Oscars”. Foto: Rolex

Münchner Meeresbiologin mit dem
Rolex Award for Enterprise 2016 ausgezeichnet

Dr. Vreni Häussermann, Mitglied des GeoBioCenters der LMU und langjährige Kooperationspartnerin der SNSB Zoologischen Staatssammlung München, wurde für ihr Projekt „Patagonia‚ in depth’“ mit dem „Rolex Award of Enterprise“ (Preis für Unternehmergeist der Rolex Foundation) ausgezeichnet. Ausgewählt aus 2.322 Anwärtern aus 144 Nationen erhielt sie den mit 100.000 Schweizer Franken dotierten Preis für ihre jahrzehntelange Arbeit über die Artenvielfalt und den Schutz der Chilenischen Fjorde.
Dr. Häussermann hat an der LMU München studiert und promoviert, und ist seit 2003 wissenschaftliche Direktorin der Huinay Forschungsstation in Patagonien (www.huinay.cl). Zusammen mit der Arbeitsgruppe um Prof. Roland Melzer und Prof. Michael Schrödl an der Zoologischen Staatssammlung wertet sie derzeit die Funddaten der letzen 20 Huinay-Fiordos-Expeditionen aus, um die artenreichsten Gebiete zu identifizieren und diese gezielt durch die Einrichtung neuer Unterwassernationalparks schützen zu können.

Im Anschluss an die Festlichkeiten gab die Preisträgerin über ihre Arbeit und ihre weiteren Pläne Auskunft. Ihr Gesprächspartner war Prof. Michael Schrödl (ZSM). Das Interview in Auszügen:

Liebe Vreni, wie fühlt es sich an, einen so wichtigen Preis zu bekommen?
Es ist eine riesengroße Ehre! Der Rahmen hier ist wunderbar, und es tut gut, Anerkennung für unsere Leistungen zu bekommen. Ich danke allen, die mir in den vielen Jahren geholfen haben!

Berühmtheiten wie der Regisseur von ‘Avatar’ James Cameron und die Unterwasserforscherin Sylvia Earle haben Dir ausführlich gratuliert. Hast Du sie nach Huinay eingeladen?
Ja, klar habe ich das – und sie wollen auch bald mal kommen! Beide sind enthusiastische Umweltschützer und begeistert von der tollen Natur in den Fjorden.

Was wirst Du mit dem Preisgeld anfangen?
Wir organisieren jährliche Tauchexpeditionen in völlig unbekannte Fjordgebiete Patagoniens, das kostet eine Menge Geld. Die nächsten 2-3 Sammelfahrten dürften nun finanziert sein und wir werden sogar unser ROV, ein ferngesteuertes Unterwasservehikel mit Kamera,
mitnehmen können.

Gibt es schon Ergebnisse der letzten Jahre?
Ja, viele! Gerade eben erscheint eine Zusammenschau der gefundenen Dekapoden-Krebse in der Zeitschrift „Spixiana“ (s. Ceseña et al, 2016). Auch in anderen Tiergruppen haben wir unzählige neue Arten, die nach und nach beschrieben werden müssen. Eine tolle neue Art von Meeresnacktschnecken wollen wir „rolexi“ nennen, als Dank für die Unterstützung
der Rolex Foundation.

Was sind Deine nächsten großen Projekte?
Im Rahmen eines „Census of Marine Life“ für Chile, sollen die Arten nicht nur aufgelistet, sondern auch wirklich bearbeitet, katalogisiert und beschrieben werden. Ihre Verbreitungsgebiete sollen erfasst werden, um die artenreichsten Gebiete zu identifizieren und diese gezielt durch Unterwassernationalparks schützen zu können.

Sind diese Gebiete denn so bedroht?
Leider ja, aber mangels Studien ist die Bedrohung sehr schwer in Zahlen zu fassen, denn die Meeresfauna Patagoniens gehört zu den am wenigsten erforschten Meeresgebieten. Der Artenschwund ist wohl sehr hoch, vor allem wegen der intensiven und leider meist nicht nachhaltig betriebenen Lachszuchten. Wir brauchen dringend mehr Forscher und Gelder für diese groß angelegte Arteninventur!

Was wünschst Du Dir für die Zukunft?
Dass die massive Bedrohung der Artenvielfalt unseres Planeten in der Öffentlichkeit und Politik viel mehr Gehör findet; denn das geht uns alle an! Die Forschung, und vor allem auch Nachwuchsforscher, müssen vernünftig mit Projektmitteln und beruflichen Perspektiven ausgestattet werden!

Danke Vreni, das wünsche ich mir auch! Eine Arteninventur der Erde ist absolut überfällig, damit man überhaupt einmal weiß, was man alles schützen sollte.
Genau! Wahrscheinlich gibt es noch Millionen neuer Tierarten da draußen, einfach unglaublich, dass sich die Menschheit noch so wenig um ihre Erforschung bemüht.
Sorgen wir gemeinsam dafür, dass sich dieser traurige Zustand schnell ändert!

Danke für das Gespräch und allerherzlichsten Glückwunsch noch mal,
Du hast wirklich Großes erreicht, unter und über Wasser!“

Dr. Vreni Häussermann auf Tauchgang mit Seeanemonen, über die sie an der ZSM / LMU promovierte. Foto: Rolex, Häussermann & Försterra

Dr. Vreni Häussermann auf Tauchgang mit Seeanemonen, über die sie an der ZSM / LMU promovierte.
Foto: Rolex, Häussermann & Försterra

Üppige Unterwasserwelt der südchilenischen Fjorde. An der ZSM befinden sich 1000e von Proben, beste Voraussetzung für eine Arteninventur, auch mithilfe von Genanalysen. Foto: Rolex, Häussermann & Försterra

Üppige Unterwasserwelt der südchilenischen Fjorde. An der ZSM befinden sich 1000e von Proben, beste Voraussetzung für eine Arteninventur, auch mithilfe
von Genanalysen.
Foto: Rolex, Häussermann & Försterra

ZSM_Bild 5 Expedition Patagonien 2006

Gruppenfoto von einer gemeinsamen Expedition in die chilenisch-patagonische Fjordregion. Dr. Vreni Häussermann und ihr Mann Günter Försterra, stehend, 2. und 3. von rechts; Profs Schrödl und Melzer
(ZSM), kniend, 1. und 2. von links.
Foto: Yepayek Expedition, 2006

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