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Helden der Kunst
Kerstin Auktor - Jedes ihrer mit Liebe hergestellten Dinge ist für sie ein Kleinod. Foto: Andrea Pollak

Fotos: Andrea Pollak

Kerstin Auktor - Jedes ihrer mit Liebe hergestellten Dinge ist ein Kleinod

1973 in Dresden geboren und aufgewachsen. 1993 nach München gezogen und seitdem dort und im Umland wohnhaft. 2006 habe ich meinen Mann, den ich in München kennengelernt habe, geheiratet und wohne mit ihm und unseren vier Kindern zwischen 3 und 14 Jahren in Reichertshausen (Ilm). Dezember 2019 Gründung von „Kerstins Kleinod“. Internet: https://www.kerstinskleinod.com.

Kerstin Auktor: „Kleinod ist ein altes deutsches Wort für ein Schmuckstück. Heute wird es überwiegend im übertragenen Sinne für eine (nicht nur gegenständliche) Kostbarkeit benutzt. Jedes meiner mit Liebe hergestellten Dinge ist für mich ein Kleinod und es macht mich glücklich, wenn sie auch die neuen Besitzer erfreuen.“

Wie sind Sie zu Ihrer Kunst gekommen?
Gemalt und geformt habe ich als Kind schon gerne, und zu Töpfern war schon lange mein Wunsch. Im Frühjahr 2019 durfte ich einen Dottingkurs von Silke Rimatzki Artist besuchen und habe sofort Feuer gefangen. Durch die vier Kinder und den erhöhten Förderbedarf unserer Jüngsten mit Down Syndrom musste ich mir im Herbst 2019 eingestehen, dass ich die Arbeitsstunden eines regulären Arbeitgebers nicht mehr leisten kann. Da habe ich mir gedacht, warum nicht das Hobby zum Beruf machen - zeitlich voll flexibel, mit einer Tätigkeit, die mir Spaß macht und gleichzeitig ein Ausgleich zur Familie ist.

Welche Materialien verwenden Sie?
Ich arbeite am liebsten mit Acrylfarben auf verschiedenen Untergründen, wie Stein, Beton und ab und zu Holz. Ich gieße und forme Beton, und ich liebe die Arbeit mit Ton.

Ihre besondere Maltechnik?
In Dotting verbirgt sich aus dem Englischen der Dot, also der Punkt. Man kann auch Dot-Painting dazu sagen. Die Punktmalerei ist eine der bekanntesten Maltechniken der Aborigines. Die Kunstrichtung hat in den letzten Jahren auch außerhalb Australiens immer mehr an Beliebtheit gewonnen.

Was gibt Ihnen Ihre Kunst?
Es beruhigt und ist meditativ. Die Farben in ihrer Intensität und mit ihrer Leuchtkraft sind Balsam für die Seele, allein, wenn man die Farbdosen öffnet und hineinschaut. Um die Farbpunkte zu machen, muss ich ausatmen und ruhig werden, damit sie auch so werden, wie ich das möchte. Beim Formen von Beton und Ton ist es so erfüllend, zu sehen, wie aus einer Masse schöne Sachen entstehen. Diesen Entstehungsprozess, vom ersten Arbeitsgang (Ton kneten/Beton anrühren) bis zum fertigen Produkt, ist einfach toll zu erleben. Manchmal sehe ich vor dem ersten Handgriff das fertige Stück schon vor meinem inneren Auge. Was mich auch immer sehr glücklich macht, ist, wenn meine „Kleinode“ einen neuen Besitzer finden und ihre Freude daran.

Ehrenamtlich bin ich zudem für die Gruppe https://www.fussspuren-fus.de/ tätig, die für Sternenkinder und Frühchen näht und bastelt, um den betroffenen Familien in dieser schweren Zeit zu helfen. Ich persönlich steuere Regenbogensteine und kleine Füßchen, Herzchen oder Sternchen aus Ton bei als Andenken für die Familien mit Sternenkindern.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Mein künstlerischer Wunsch ist, meine Kunst auszuleben, neue Fähigkeiten zu entdecken und zu entwickeln und dass mein Kleinod mein Hauptberuf wird.

Ihr größter privater Wunsch?
Mein größter privater Wunsch ist es, glückliche Kinder, die irgendwann auf eigenen Beinen stehen, mit meinem Mann großzuziehen.

Ihre Hobbies?
Ich singe sehr gerne. Am liebsten im Chor.

Ihr Lebensmotto?
Das Motto, das mich seit meiner Jugend begleitet, ist mein Konfirmationsspruch „Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohl machen“. Außerdem versuche ich immer das Beste aus den Situationen/Begebenheiten zu machen.

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Fotos: Andrea Pollak