www.landkreis-erding.de
Flughafen München
Flughafen München
IDer Rezepteblog von Kultbäcker Martin Schönleben

Ich backe anders
Der Rezepteblog von Kultbäcker Martin Schönleben

>> mehr

Lokalredaktion.isarbote.de

Freising

Von Gefangenen gefertigte Dietriche. Foto: Andrea Pollak

Von Gefangenen gefertigte Dietriche. Foto: Andrea Pollak

Buch mit Feilen. Foto: Andrea Pollak

Buch mit Feilen. Foto: Andrea Pollak

Ausgesägtes Fenstergitter. Foto: Andrea Pollak

Ausgesägtes Fenstergitter. Foto: Andrea Pollak

AUSBRUCH – live aus dem Freisinger Gefängnis!

Unglaublich, wie einfallsreich und ausdauernd Menschen sein können, wenn die Freiheit winkt. Dazu muss man nicht einmal den Grafen von Monte Christo bemühen, sondern sich ganz einfach (und freiwillig) ins Alte Gefängnis Freising begeben. Dort gibt es jetzt die Sonderausstellung „Ausbruch“ in einer der ehemaligen Gefängniszellen. Gezeigt werden Werkzeuge und Hilfsmittel, die ehemalige Häftlinge für einen Ausbruch oder Ausbruchsversuch hergestellt und benutzt haben – Leihgaben aus der Justizvollzugsanstalt Kaisheim im schwäbischen Landkreis Donau-Ries.

Ein „Aufseher“ (Ernst Graßy vom Förderverein) sperrt isarbote.de-Chefin Andrea Pollak, die eigentlich wegen der Ausstellung „Befreit“ von Katja Ochoa Molano, Christine Renner und Andrea Keinert gekommen ist, das Tor auf und entführt sie ins Gefängnis. Kein Gefangener weit und breit, klar, AUSBRUCH!, die Zellen also beherbergen inzwischen keine finsteren Gesellen mehr, sondern sind Schauplatz mannigfaltiger (aber nicht strafbarer) Aktivitäten. Wie eben auch die aktuelle Sonderausstellung „Ausbruch“ mit selbst gefertigten Sägen, Feilen und Dietrichen, einem Seil mit einem eisernem Wurfhaken, das ein Häftling in mühevoller Arbeit aus gesammelten Paketschnüren geflochten hatte. An einer Wand hängt auch ein Fenster, dessen Gitter mit einem selbst gefertigten Gitterspreizer soweit auseinander gebogen wurden, dass sich der Gefangene durchquetschen konnte.

Das Alte Gefängnis ist ein historischer Gebäudekomplex an der Oberen Domberggasse 16 in der Altstadt von Freising. Der Zellentrakt des alten Gerichtsgebäudes wurde als Gerichtsgefängnis bis 1. Oktober 1965 benutzt. Seitdem stand das Gebäude leer und verkam zumindest in seinem Inneren zur Ruine. 1982 wurde der Zellenbau an der Ostseite abgerissen. Mit der Gründung des Fördervereins „Altes Gefängnis Freising e. V." 2005 begann die Renovierung. Schon 2007 konnte im Erdgeschoss das heute so beliebte Weinlokal eröffnet werden und wenig später startete der Ausstellungsbetrieb in der ehemaligen Wohnung des Gefängnisdirektors im
1. Obergeschoss. Hier ist nun auch der Zugang zum Gefängnismuseum, das im
2. Obergeschoss und im sog. Hexenturm untergebracht ist.

Das Gefängnismuseum wird seit seiner Eröffnung 2014 kontinuierlich ausgebaut. Zu sehen sind die barocken Gefängniszellen im Hexenturm, eine „modernere" Gefängniszelle um etwa 1940 und ein Verhörzimmer aus der alten Zeit mit Folterinstrumenten. Von Mai bis Oktober werden Führungen jeden Samstag um 14 und 15 Uhr angeboten. Ansonsten ist ein Besuch nur nach telefonischer Vereinbarung unter 08161/12843 möglich - https://altesgefaengnisfreising.de.

Ausbruch (1)
Der Gitterspreizer. Foto: Andrea Pollak

Der Gitterspreizer.
Fotos: Andrea Pollak

... zurück

 

www.fuerstenfeldbruck.de
www.erding.de