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Starke Frauen hat das Land!

Sehr geehrte Damen, wir begrüßen Sie ganz herzlich bei unserer Serie „Starke Frauen hat das Land“, in der Sie sich ganz bestimmt auch wiederfinden. Beziehungsweise Eigenschaften bei unseren vorgestellten Power-Frauen erkennen, die auch Sie haben.

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Foto: Feigfotodesign

Cindy Seifert - Beraterin/Coach
für Kommunikation und Knigge


Geboren 1976, erste Tochter zweier Selbständiger, die schon immer Wert auf Umgangsformen und ein wertschätzendes Miteinander gelegt haben. Nach der Mittleren Reife schloss sich nahtlos der Besuch der Würzburger Dolmetscherschule an, die ich nach zwei Jahren als „Staatlich geprüfte Fremdsprachenkorrespondentin“ verließ. Direkt daran begann ich als solche im Design Studio der Rosenthal AG zu arbeiten, als Assistentin der drei Designmanager. Nach zwei Jahren verließ ich das Porzellanunternehmen und wechselte in die Bekleidungsindustrie als Vorstandsassistentin. Da war ich gerade einmal 19 Jahre alt.

2004 begann ich nebenbei in der Erwachsenenbildung zu arbeiten – ich unterrichtete Englisch. 2007 fand mein erster Workshop „Dinieren mit Manieren“ statt. Und dann kam eins zum anderen und die „Knigge-Sache“ kam ins Rollen. Gleichzeitig arbeite ich weiter als Führungskraft in einem mittelständischen Unternehmen. Ich bekam einen Lehrauftrag für Business-Etikette an der Universität Bayreuth, arbeitete als Knigge-Trainerin für Autohäuser, IT-Unternehmen, Marketingagenturen, usw.

2016 ließ ich mich zur Trainerin für Business-Etikette (IHK) und Knigge-Trainerin zertifizieren. Zwei Jahre später erfolgte die Aufnahme in die Vorstandschaft der Deutschen-Knigge-
Gesellschaft e.V. 2018 wurde mein Buch „Kniggelicious – Mehr als Haifischkragen, Hummerzange und Hofknicks“ veröffentlicht. Seit 2019 bin ich auch zertifizierte psychologische Beraterin (BTB) und hauptberuflich selbstständig.
Internet: www.kniggelicious.de.

Was ist für Sie eine starke Frau?
Sie managt ihr Leben, geht ihren Weg, stellt sich herausfordernden Situationen, eckt auch mal an und hat gleichzeitig die Fähigkeit, um Hilfe zu bitten. Starke Menschen – egal ob Frau oder Mann – sind meistens Optimisten, die auch in der Krise eine Chance sehen. Ich für meinen Teil habe erst zu meiner wahren Stärke gefunden, als ich es mir erlaubt habe, einmal schwach zu sein. Und unerwartet aufgefangen wurde.

Nennen Sie mir drei starke Frauen.
Nur drei? Ich kenne so viele. Aber wenn ich drei auswählen müsste, dann Michelle Obama, Clara Zetkin und meine Freundin Christina.

Worin sind Frauen stärker als Männer?
Ich versuche ja schon seit vielen Jahren nicht mehr in Schwarz/Weiß, gut und schlecht, stark und schwach zu denken. Meistens hat alles zwei Seiten, mindestens. Frauen und Männer üben nun einmal kulturell bedingt unterschiedliche Rollen und Stellungen ein. Heute noch, auch wenn dies – so wie es auch schon immer war – im Wandel ist. Dies führt zu einem geschlechtsspezifischen Unterschied in der Gehirnstruktur und -funktion. Das hat natürlich viel mit Erziehung und Konditionierung zu tun. So kenne ich zwar mehr Frauen, die ein hohes Maß an Empathie besitzen, aber auch einige Männer. Genauso wie ich zum Beispiel gut einparken kann und mein Sohn multitaskingfähig ist. Ich finde, Stärken haben nicht unbedingt etwas mit dem Geschlecht zu tun.

Wer ist der bessere Geschäfts - Mann oder Frau?
Das ist eine gemeine Frage! *lacht* Versuchen wir es mal wissenschaftlich, ok? Frauen sind in der Regel sparsamer (ein Hoch auf das Haushaltsbuch), Frauen haben ein besseres Erinnerungsvermögen und nach der Studie von McKinsey „Women Matter“ erwirtschaften Firmen mit vielen Frauen in ihren Führungsetagen bis zu 35% mehr Umsatz. Das ist eine Seite der Medaille. Die andere ist, dass es meiner Meinung nach auch hier nicht um ein besser oder schlechter, Frau oder Mann geht. Optimal ist, wenn jeder das tut, was er gerne macht und auch gut kann.

Wer ist konsequenter, Männer oder Frauen?
Zumindest in Bezug auf Trennungen sind es Frauen, denn meistens reichen sie die Scheidung oder läuten die Trennung ein.

Woher nehmen Sie die Kraft?
Ich glaube, dass ich eine große Kraftreserve in mir trage. Durch meine Erziehung, mein Leben, meine Konstitution. Was mir Kraft gibt, ist mein Sohn, mein Partner, meine Familie und meine Liebe zu Pferden. Mit 15 bekamen meine Schwester und ich unser erstes Pferd, das vor zwei Jahren nach 25 gemeinsamen Jahren verstarb. Das war fürchterlich für mich. Ich wollte nie mehr in den Sattel steigen, nie mehr einen Pferdestall betreten. Bis meine Schwester dann meine Unausgeglichenheit nach einem dreiviertel Jahr nicht mehr ertragen konnte und mir eine Dressurreitstunde gebucht hat. Danach war ich zwar fix und fertig, aber glücklich und die Suche nach einem Partner auf vier Hufen begann. Drei Monate später habe ich ihn dann gefunden – mein Kraftpaket. Wenn ich mit ihm ausreite, gibt es nur ihn, die Natur und mich. Danach bin ich wie aufgetankt.

Was halten Sie von Traditionen?
Mir sind Traditionen wichtig. Sie vermitteln mir Halt, Sicherheit und meistens auch ein warmes Gefühl. Gleichzeitig finde ich es sinnvoll, auch ab und an über Traditionen nachzudenken und sie auf den Prüfstand zu stellen. Nur weil etwas schon immer so war, muss es heute nicht so bleiben. Vor allem wenn es sich nicht positiv anfühlt.

Wie gehen Sie mit Konflikten um?
Ich bin ein Harmoniemensch, ich mag keine Konflikte. Noch weniger mag ich es allerdings, wenn Konflikte unter den Tisch gekehrt werden. Also spreche ich offen an, wenn für mich etwas nicht funktioniert. Als Kommunikationstrainerin fällt mir das vielleicht auch leichter als anderen. Wenn jemand einen Konflikt mit mir hat, bin ich froh, wenn dies offen angesprochen wird. Nur so kann man dies ja aus der Welt schaffen. Ansonsten schwelt da immer etwas im Untergrund – was sich meist negativ auf das Miteinander auswirkt.

Wie wichtig ist für Sie Treue?
Sehr wichtig. Nicht nur zum Partner, sondern auch zu sich selbst.

Was bringt Sie auf die Palme?
Lügen, Unzuverlässigkeit, Egoismus.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Das ich bald wieder reelle, also Vor-Ort-Seminare, Coachings und Beratungen durchführen kann. Derzeit läuft aufgrund von Corona alles online.

Welche aktuellen Projekte gibt es?
Meine Seminare und auch persönliche Coachings gibt es jetzt online. Gleichzeitig produziere ich derzeit kurze, knackige Videoclips mit Tipps zu Kommunikation und auch Business-Etikette. Diese werden dann, hoffentlich zügig, als Online-Kurs zur Verfügung stehen. Mit einem Jahreszugang kann man dann die Videos so oft ansehen wie man möchte. Gerade bei Kommunikationsthemen tut eine regelmäßige Sensibilisierung gut. Wir fallen sonst allzu gern in alte Muster zurück.

Ihr größter privater Wunsch?
Das alle meine Lieben gesund bleiben. Und wenn es ein materieller Wunsch sein soll: Dann eine Reise nach Sansibar. Das wünsche ich mir schon lange.

Ihr Lebensmotto?
Wer sein Ziel kennt, findet einen Weg.

Gibt es für Sie in München einen magischen Ort?
Ich bin häufig zu Besuch in München. So gibt es einige besondere Orte, die ich mit sehr positiven Erinnerungen verbinde. Vom Schlosspark Nymphenburg bis hin zum Tantris.

Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?
Ja. Ich glaube, dass wir eine Seele besitzen, die genauso wie Raum, Zeit, Materie und Energie ein Grundelement der Welt ist. Wie auch immer das Jenseits aussieht, in das unsere Seele nach dem Ableben aus dem Diesseits wandert.

Wie gefällt Ihnen isarbote.de?
Besonders gut gefallen mir die Diversität und das Engagement für die Menschen
in und um München.

Verraten Sie mir bitte Ihr Kochrezept der schnellen Küche.
Wenn es schnell gehen muss, dann am liebsten mit einer Brotzeit. Alles was im Kühlschrank ist, kommt auf den Tisch, dazu frisches Brot, Gemüse, fertig. Wenn ich am Wochenende dann koche, nehme ich mir gerne richtig viel Zeit dafür. Und ein Glas Wein.