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Beruflich ein unschlagbares Team, privat eng verbunden Alexandra Polzin und Barbara Klein im Doppelinterview über Frauenpower, Fitness und die perfekte Symbiose im TV
Von Andrea Vodermayr Was macht eine Frauenfreundschaft aus? Und was sind die Zutaten dazu? Und gibt es diese noch wirklich in der taffen Businesswelt bzw. Ellbogengesellschaft? Ja, sie gibt es! Und das beste Beispiel dafür sind Moderatorin Alexandra Polzin (50) und Fitness-Expertin Barbara Klein (60)! Die beiden kennen das Fernsehgeschäft vor und hinter der Kamera in- und auswendig. Die eine bewegt die Menschen mental und im Business, die andere bringt sie körperlich in absolute Bestform. Die beiden stehen regelmäßig für den Shoppingsender HSE gemeinsam vor der Kamera und ergänzen sich perfekt.
Dass die Chemie zwischen den beiden so perfekt stimmt, liegt vielleicht auch an ihren ähnlichen Zielen, Interessen und auch Lebensumständen. Wir trafen das Power-Duo zu einem herrlich unkomplizierten Interview im Münchner Traditionsrestaurant „Brenner“. Zwischen knackigem Salat und einer gemeinsamen Sachertorte – die sich die beiden ganz schwesterlich teilten – sprachen sie über Frauenpower, Freundschaften, TV-Geheimnisse und das perfekte Zusammenspiel von Körper und Geist – und auch über die Männer! Alexandra Polzin ist seit vielen Jahren glücklich mit dem Sportmoderator Gerhard Leinauer verheiratet, während Fitness-Expertin Barbara Klein ihr privates Glück in der Beziehung mit dem Schauspieler und Filmproduzenten Guido Broscheit gefunden hat. Ein Gespräch über echte Partnerschaft und Frauenfreundschaft, sowohl im Privatleben als auch vor der Kamera.
Wie habt Ihr Euch kennengelernt? Alexandra Polzin: „Vom Sehen kannten wir uns natürlich schon früher, da wir beide in München leben und in der Medienbranche unterwegs sind. Auch im Sender ist man sich über den Weg gelaufen, aber wir wurden nicht sofort als Duo besetzt, da ich bei HSE hauptsächlich Mode und Schmuck präsentiere. Der Wendepunkt war ein gemeinsames Symposium im Europa-Park zum Thema Wechseljahre und Frauengesundheit. Ich habe die zweitägige Veranstaltung moderiert und Barbara war als Top-Speakerin engagiert. Da haben wir schnell gemerkt, dass wir absolut auf derselben Wellenlänge liegen und die gleiche Power haben. Sie als holistischer Health- und Fitness-Coach und ich mit meinem Coaching für Rhetorik und Präsentation – das hat sofort harmoniert und wir hatten sofort unzählige gemeinsame Ideen.“
Barbara Klein: „Genau, wir haben uns über die Menopause kennengelernt! (lacht) Als Alex mich damals anmoderiert hat und ich ihr professionelles Auftreten erlebte, dachte ich mir nur: ‚Mensch, ich bin schon so viele Jahrzehnte im Geschäft, aber das hier ist wirklich besonders.“
Alexandra Polzin: „Man muss auch wirklich dazusagen, dass Barbara mir mit ihren Produkten hervorragend durch die Wechseljahre hilft. Ich war zuvor bei verschiedenen Experten, aber dort wurde man oft nach Schema F behandelt – überhaupt nicht individuell auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten. Barbara war die Einzige, die mir wirklich helfen konnte.“
Was empfiehlst Du in solchen Fällen, Barbara? Barbara Klein: „Wir arbeiten mit einem speziellen Komplex, genau aus dem Grund, weil man eben nicht alle Frauen über einen Kamm scheren kann. Oft weiß man gar nicht genau, woher die Beschwerden unterm Strich kommen. Eine müde Schilddrüse zeigt nämlich fast die gleichen Symptome wie eine träge Leber oder der Abfall von Östrogen und Progesteron.“
Alexandra Polzin: „Ich stecke ja selbst noch in den Anfängen der Menopause, aber man sollte sich eigentlich schon viel früher damit beschäftigen. Das wusste ich damals alles nicht. Jetzt mache ich seit über zwei Jahren Sendungen mit Barbara und bin tief im Thema drin. Ihr Wissen aus über 40 Jahren Erfahrung als Physiotherapeutin und Expertin für Fitness und Nahrungsergänzung nutze ich nun für mich selbst, kann es aber auch an meine eigenen Coaching-Klientinnen weitergeben. Wenn ich bei einer Kundin schon aus zehn Metern Entfernung merke, dass sie massive Konzentrationsprobleme hat oder sich sichtlich unwohl in ihrer Haut fühlt, kann ich nicht einfach mit dem Rhetorik-Training beginnen. Da empfehle ich dann oft, erst einmal den Körper zu unterstützen. So gleichen wir uns gegenseitig perfekt aus und unterstützen uns.“
Ihr seid das beste Beispiel dafür, dass man auch mit 50 oder 60 Jahren – was ja kein Geheimnis ist – mitten im Leben steht. Würdet Ihr gerne noch mal 30 sein? Barbara Klein: „Ich habe mich das schon oft gefragt, auch kürzlich auf einer Reise in Kanada kam die Frage auf. Die Zeit jetzt anzuhalten, das würde ich gerne tun. Aber zurückschrauben? Nein. Ich finde, ich habe mit 60 Jahren – nach all den Höhen und Tiefen des Lebens – ein ganz anderes Charisma. Diese Gelassenheit und Coolness kommen erst mit den Jahren, das hat man mit 30 einfach noch nicht.“
Alexandra Polzin: „Ich habe überhaupt kein Problem mit dem Alter. Momentan habe ich eher etwas Respekt vor dem ganz Altwerden, weil mir das durch meine zwei 92-jährigen Schwiegereltern zu Hause täglich vor Augen geführt wird. Das ist eine Phase, mit der ich mich intensiv auseinandersetze. Aber wenn ich Barbara und auch meinen Mann sehe, finde ich die Generation 60 einfach genial. Sie sind dynamisch, lebensfroh und reißen noch richtig was ab. Da ich genau weiß, wo sie sind, will ich mit 60 auch stehen: Es ist nicht das Ende mit Rente und fertig, sondern man kann noch mal richtig krass durchstarten.“
Barbara, konntest Du Dir in Sachen Moderation oder Coaching noch etwas von Ihr abschauen? Barbara Klein: „Auf jeden Fall. Ich habe mich intensiv mit Alex und ihrer Arbeit befasst. Für mich persönlich – da ich ja auch nicht mehr die Jüngste bin – brauche ich vielleicht nicht mehr das klassische Coaching, aber diese unfassbare Ruhe, die Alex ausstrahlt, tut mir in den langen Sendestunden unglaublich gut. Dieses professionelle Ping-Pong zwischen uns ist phänomenal. Es ist völlig logisch, warum im gehobenen Business alle, die Wert auf Qualität legen, Alex als Coach buchen (lacht). Was mir am meisten bringt, ist das Fokussieren und die Ruhe – gepaart mit dauerhaft guter Laune. Wenn jemand fokussiert, ruhig und trotzdem voller positiver Ausstrahlung ist, dann sind das echte ‚Best Vibes‘. Ein Beispiel: In einer unserer letzten Sendungen, die nachts von 22 bis 24 Uhr lief, war unser ‚Angebot des Tages‘ schon nach fünf Minuten restlos ausverkauft – obwohl die Mengen für zwei Stunden kalkuliert waren.
Alexandra Polzin: „Wir mussten dann improvisieren und haben eineinhalb Stunden lang ein Massagegerät verkauft. Das funktioniert mitten in der Nacht nur, wenn man kreativ bleibt, Wissen mit Emotionen verknüpft und sich gegenseitig die Bälle zuspielt. Wir haben uns während der Sendung sogar gegenseitig die Schultern massiert.
Wie sieht es privat aus? Habt Ihr neben den Jobs Zeit für gemeinsame Treffen, Telefonate oder sogar Urlaube? Alexandra Polzin: „Ich war auf Barbaras Feier zu ihrem 60. Geburtstag. Aber leider haben wir für private Treffen viel zu wenig Zeit. Wir arbeiten jetzt erst seit einem guten Jahr so intensiv zusammen, da ist privat noch viel Luft nach oben, worauf ich mich sehr freue.“
Barbara Klein: „Man muss einfach sagen: Wir haben beide eigentlich keine Zeit – Punkt. Wir sind beruflich beide sehr eingespannt, dazu kommen Partnerschaft und Familie. HSE ist ja nur einer von vielen Jobs. Aber wir nehmen uns die Zeit auf Events, sprechen uns ab, gehen jetzt wieder gemeinsam auf die Wiesn. Das ist für mich auch schon ein Stück echtes Privatleben, das mich beflügelt. Ich brauche in einer Freundschaft jemanden, der genauso professionell funktioniert wie ich: Der anpackt, aber auch weiß, wann man geht, weil am nächsten Morgen die Arbeit ruft. Gemeinsame Reisepläne kommen bestimmt auch noch.“
Das Business ist unter Frauen oft von Neid und Konkurrenz geprägt. Wie schafft Ihr es, dass es bei Euch kein „Gezicke“ gibt? Barbara Klein: „Gezicke gibt es prinzipiell immer – unter Frauen wie unter Männern. Das Schöne ist, wenn man es im Leben irgendwann so weit geschafft hat, dass man sich aussuchen kann, mit wem man arbeitet. Ich lasse solche Energien gar nicht erst in meine Welt. Ich sehe im ‚Club europäischer Unternehmerinnen‘, dass Frauen sich heute gegenseitig unterstützen und pushen, so wie Männer das schon lange tun. Ich freue mich über jede Frau, die ehrlichen Erfolg hat, das inspiriert mich. In meinem Alter sehe ich es auch als meine Aufgabe, mein Wissen an jüngere Frauen, so ab 40, weiterzugeben, die sich selbstständig machen wollen, damit sie typische Fehler vermeiden. Mein Rat ist immer: Emotionen sind wichtig, aber man muss lernen, Brutto von Netto zu unterscheiden und die Zahlen im Blick zu behalten.“
Gibt es eine Eigenschaft, um die Ihr die jeweils andere beneidet – „beneidet“ natürlich in Anführungszeichen? Alexandra Polzin: „Ich beneide Barbara um ihre unglaubliche Fitness. Ich selbst habe oft gar nicht die Zeit, so sportlich aktiv zu sein, obwohl Bewegung natürlich essentiell ist. Aber dank ihr gehe ich mittlerweile öfter ins Fitnessstudio. Ihre Worte hallen da bei mir nach.“
Barbara Klein: „Wobei ich das mit der ‚Stunde Sport am Tag‘ mittlerweile revidieren muss – das schaffe ich selbst nicht mehr. Vor Corona habe ich drei- bis viermal die Woche stundenlang Kurse unterrichtet und danach gemerkt, wie viel Zeit das eigentlich frisst. Meine Botschaft, besonders für Frauen ab 50, lautet heute: Weniger ist mehr, aber dafür regelmäßig. Ob es eine Viertelstunde auf dem Trampolin ist oder ein Spaziergang von 6.000 bis 8.000 Schritten mit dem Partner. Man muss nicht in affenartiger Geschwindigkeit durchs Studio rennen, sondern einfach runter vom Sofa. Wir putzen uns täglich sechs Minuten die Zähne – investiert man dazu noch 20 Minuten in Bewegung, reicht das völlig aus.“
Alexandra Polzin: „Aber Barbara motiviert mich einfach permanent, weil ich sie überall online sehe – auf YouTube, Instagram oder in Zeitschriften. Sie schafft das ohne Dogmen und mit so viel guter Laune, dass es Spaß macht. Gerade in den Wechseljahren, wenn man mal kraftlos ist oder Gelenkschmerzen hat, sagt sie: ‚Mach wenigstens 10 oder 20 Minuten, geh eine Runde ums Feld.‘ Das mache ich mittlerweile konsequent. Mein Zukunftstraum wäre es, dass wir gemeinsame Workshops anbieten. Barbara kümmert sich um das körperliche Wohlbefinden und macht die Leute fit, und ich übernehme danach den Part für die Ausstrahlung und das Präsentationstraining. Das ist ein Konzept, das ich unbedingt angehen möchte.“
Und umgekehrt, Barbara? Was bewunderst Du an Alex? Barbara Klein: „Neid kenne ich in meinem Leben zum Glück überhaupt nicht, aber ich bewundere Alex für ihre enorme Coolness. Wenn ich sie auf Events sehe, strahlt sie eine unglaubliche Ruhe und Gelassenheit aus. Da ich als Expertin in Deutschland erst seit circa drei, vier Jahren so richtig auf den roten Teppichen wahrgenommen werde – vorher war ich eher im Ausland wie Kanada, den USA oder Asien unterwegs –, bin ich manchmal noch ein bisschen aufgeregt. Wenn Alex dann dasteht, mir diese Sicherheit gibt und sagt: ‚Komm, wir gehen jetzt zusammen ins Zelt‘, verfliegt meine Nervosität sofort. Es ist ein großes Geschenk, dass man auch in reiferen Jahren noch solche tiefen Freundschaften schließen kann.“
Was macht für Euch eine echte Freundschaft aus, gerade wenn man so wenig Zeit hat? Barbara Klein: „Das Wichtigste ist, den anderen zu 100 Prozent so zu nehmen, wie er ist – ohne Bedingungen, Forderungen oder Auflagen.“
Alexandra Polzin: „Ich habe in meiner Laufbahn leider die schlimmsten Erfahrungen gemacht, vor allem auch während der schweren Krankheit meines Mannes. Auf einmal hatte ich weniger Freunde. In einer Leistungsgesellschaft wird das oft auch von Freundschaften erwartet: Man muss funktionieren, sich ständig treffen, abrufbar sein. Wenn man dann Verabredungen absagen muss, weil man keine Kraft mehr zum Telefonieren hat, stößt man oft auf Unverständnis. Bei Barbara genieße ich diese stille Akzeptanz. Sie weiß, dass ich viel unterwegs bin. Wenn ich ihr eine Stunde vor einem geplanten Lunch absage und ehrlich sage: ‚Ich fühle mich heute nicht gut und bin kein guter Gesprächspartner‘, dann ist das völlig okay. Ich möchte mich in einer Freundschaft nicht anstrengen oder etwas ‚leisten‘ müssen. Es ist wunderschön, eine Freundin zu haben, die ihren eigenen erfolgreichen Weg geht und bei der es keine Vorwürfe gibt, warum man sich mal länger nicht gemeldet hat. Wenn ich ihr dann schreibe, kriege ich einfach tausend Herzen zurück.“
Barbara Klein: „Das Leben ist wie eine Zugreise: Menschen steigen nonstop ein und aus. Manchmal verändern sich Lebenswege, Freunde ziehen weg oder orientieren sich neu. Aber der Zug bleibt immer offen für neue Menschen. Ich habe vielleicht eine Handvoll Menschen, die mich seit Jahrzehnten begleiten. Je älter man wird, desto mehr schätzt man Qualität vor Quantität. In schwierigen Zeiten zeigen sich die Menschen, die Situationen einfach mit dir aushalten, ohne dass sie eine Erwartungshaltung haben. Das ist ein wunderschönes Gefühl.“
Dürft Ihr Euch denn auch gegenseitig kritisieren? Barbara Klein: „Bei Menschen, die mir wirklich nahestehen, habe ich überhaupt kein Problem mit konstruktiver Kritik. Aber bei Alex ohne Quatsch – mir fällt beim besten Willen nichts ein, was ich kritisieren könnte.“
Alexandra Polzin: „Da stimme ich komplett zu!“
Was macht Ihr zwei denn in 20 oder 30 Jahren zusammen? Gibt es da schon Pläne? Barbara Klein: „Dann sind wir hoffentlich öfter in Nizza, wo ich jetzt schon viel Zeit verbringe, und nehmen dort unseren gemeinsamen Podcast auf. Vielleicht machen wir dann Coaching für die Babyboomer, die mit 70 oder 80 Jahren unseren Weisheiten folgen wollen. Ich möchte den Menschen in Erinnerung bleiben als jemand, der ihnen – zusammen mit Alex – geholfen hat, die Weichen richtig zu stellen und eine Last von den Schultern zu nehmen, sowohl für den Körper als auch für die Seele.“
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