IDer Rezepteblog von Kultbäcker Martin Schönleben

Ich backe anders
Der Rezepteblog von Kultbäcker Martin Schönleben

>> mehr

isarbote.de - Deutsche Netzzeitung für München und Bayern
ZSM_Bild2_Alpen-Barrenringelnatter

Alpen-Barrenringelnatter von der oberen Isar bei Mittenwald. Die Barrenzeichnung auf dem Körper ist nur schwach ausgeprägt und die hellen Nackenflecken fehlen vollständig, während der hintere schwarze Nackenfleck deutlich ist. Foto: Frank Glaw (ZSM)

„Neue" Schlangenart in Bayern -
die Alpen-Barrenringelnatter


Forscher der Zoologischen Staatssammlung München (SNSB-ZSM) haben in der Alpenregion Bayerns eine bisher übersehene Schlangenart entdeckt. Es handelt sich um eine besondere Form der Barrenringelnatter (Natrix helvetica), die bisher nur aus den Südalpen bekannt war und offensichtlich auch im westlichen Österreich (Tirol) weit verbreitet ist. Eine Population dieser genetischen Linie hat nach der letzten Eiszeit anscheinend die Alpen durchquert und bestätigt so einmal mehr, dass dieses Gebirgsmassiv für viele Arten keine unüberwindliche Barriere war. Wie weit die Barrenringelnatter in Bayern verbreitet ist und ob sie als gefährdet eingestuft werden muss, müssen zukünftige Untersuchungen zeigen.

Konkrete Hinweise auf die Existenz der Barrenringelnatter (Natrix helvetica) in Bayern ergaben sich bereits im Zuge von Kartierungen des Bayerischen Landesamts für Umwelt, aber erst als Forscher der Zoologischen Staatssammlung München die vorhandenen Indizien gezielt überprüften und Proben für genetische Untersuchungen sammelten, gelang der sichere Nachweis. Anhand mitochondrialer DNA-Sequenzen belegten sie die Existenz der Barrenringelnatter im deutsch-österreichischen Grenzgebiet bei Garmisch-Partenkirchen, an der Isar bei Mittenwald, im Inntal und bei Sachrang. Allerdings fanden sie nicht die im westlichen Deutschland weit verbreitete westliche Barrenringelnatter (Natrix helvetica helvetica), sondern eine bisher nur aus den Südalpen (Norditalien und Südschweiz) bekannte Form, die offensichtlich auch im westlichen Österreich (Tirol) vorkommt. Da die mitochondrialen DNA-Sequenzen der Schlangen vom südlichen und nördlichen Alpenrand fast identisch sind, dürften diese aus Norditalien über Brenner oder Reschenpass und das Inntal bis nach Bayern eingewandert sein.

Die Barrenringelnatter wurde erst 2017 aufgrund von genetischen Untersuchungen als eigenständige Art erkannt. Sie unterscheidet sich von der „normalen“ Ringelnatter oft durch eine dunkle Barrenzeichnung an den Körperseiten und eine andere Kopfzeichnung, bei der die hellen halbmondförmigen Nackenflecken nur schwach ausgeprägt sind oder ganz fehlen. Beide Arten variieren allerdings sehr stark, so dass ihre Eigenständigkeit lange Zeit nicht bemerkt wurde. Alle Ringelnattern sind übrigens völlig ungiftig und beißen fast nie, geben bei Gefahr aber ein stark stinkendes Sekret ab.

„Es ist erstaunlich, dass diese große Schlange so lange übersehen wurde. Wahrscheinlich sind noch weitere Arten unbemerkt über die Alpen bis nach Bayern eingewandert. Genau solche Arten möchten wir nun gezielt suchen" sagt Frank Glaw, Leiter der Sektion für Amphibien und Reptilien an der Zoologischen Staatssammlung München. Es wartet also noch viel Arbeit auf die Forscher. "Wahrscheinlich ist auch, dass in Bayern weitere, noch unbekannte Vorkommen der Barrenringelnatter existieren. Insbesondere im Allgäu und in Unterfranken ist mit der westlichen Barrenringelnatter (Natrix helvetica helvetica) zu rechnen, die Bayern von Westen über Rhein und Main erreicht haben könnte", ergänzt ZSM-Mitarbeiter und
Ko-Autor Michael Franzen.

Publikation:
Glaw, F., M. Franzen, M. Oefele, G. Hansbauer & C. Kindler (2019): Genetischer Erstnachweis, Verbreitung und südalpine Herkunft der Barrenringelnatter (Natrix helvetica spp.) in Bayern. – Zeitschrift für Feldherpetologie 26: 1-20
Förderung: Die Arbeit wurde von der PSD Bank München finanziell unterstützt.

Alpen-
Barrenringelnatter (Natrix helvetica) an der oberen Isar nahe des Sylvenstein-
Stausees.
Foto: Frank Glaw (ZSM)

Typische Kopfzeichnung der in Bayern weit verbreiteten, "normalen" Ringelnatter (Natrix
natrix) zum Vergleich. Die hellen Nackenflecken und die breiten, schwarzen Bänder an der Oberlippe sind deutlich erkennbar. Foto: Michael Franzen (ZSM)

ZSM_Bild1_Barrenringelnatter_4
ZSM_Bild3_Ringelnatter

... zurück

 

Flughafen München
Flughafen München
www.heidi-winkler.de

Kunstmalerin Heidi Winkler
Wohlmutserweg 2
87463 Dietmannsried
Tel. 0 83 74-80 81

>> mehr

Tierschutzverein München
www.emerescue.de