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Legenden – Leonhardiritt

Von Von Ysabelle Sauer-Saaliste, www.ysaluma.de
Jedes Jahr, wenn der Herbst den kahlen Winter einläutet, die Bäume ihre ockerfarbenen Blätter abwerfen und die stille Zeit sich ankündigt, dann werden noch die letzten Jahresfeste gefeiert, wie zum Beispiel das Erntedankfest, das Sankt Martinsfest oder der Leonhardiritt, der ja heuer in vielen bayerischen Gemeinden ausfallen musste, weil das Sturmtief Herwart so arg gewütet hat. Ich habe kürzlich Kindern und Jugendlichen die Legende vom heiligen Leonhard erzählt, der von
490 - 559 nach Christus gelebt hat und dessen Gedenktag der 6. November ist.
Hier die Geschichte:

Leonhard war ein junger Adliger aus Limoges (seinerzeit eine wichtige königliche Münzprägestätte, später auch bekannt wegen seiner berühmten Limogesbroschen und Medaillons, auf Porzellan gemalte Minigemälde). Er kam schon früh als Knappe an den Hof von König Chlodewig, wo er zum Ritter ausgebildet wurde. Leonhard war ein intelligenter und stets hilfsbereiter Knabe. Er eroberte mit seinem sonnigen Wesen im Nu die Herzen der Menschen am Hof und war schon bald der Liebling des Königs.

Eines Morgens befahl Chlodewig Leonhard zu sich und erzählte ihm, wie er seinen Glauben an Gott gefunden hat:
"Meine Gemahlin Chlothilde war schon lange Zeit gläubige Christin. Immer wieder versuchte sie mich zu bekehren, dass ich von meinen Göttern ablassen soll. Ich geriet mit den Alemannen in Krieg und als unsere Heere zusammenstießen, kam es zu einem gewaltigen Blutbad. Ich war nahe daran völlig vernichtet zu werden, da blickte ich zum Himmel empor und plötzlich durchzuckte mich ein eigentümlicher Schmerz und mein Herz erfüllte sich mit tiefer Liebe. Tränen stiegen mir in die Augen und ich flehte zu Chlodehildes Gott: ‚Jesus Christus, Chlodehilde sagt, du bist der Sohn des lebendigen Gottes. Hilfe schenkst du den Bedrängten und Sieg denen, die auf dich hoffen.´ Ich betete um Gottes Beistand und Gott hat mir den Sieg gewährt. Fortan glaubte ich, dass Gott mein Herr ist. Ich ließ mich taufen. Seither ist in meinem Reich Frieden eingekehrt. Viele Menschen aus meinem Volk haben ihren Göttern entsagt und bekennen sich zum Christentum."

Sprachlos hat Leonhard dem König zugehört. Er wollte mehr über diesen Gott erfahren. So wurde er dem Erzbischof Remigius von Reims vorgestellt, der an den Hof kam, und Leonhard war von der Lehre Gottes betört. Mit vielen Edlen des Landes wurde er dann von Remigius getauft und der König selbst war sein Taufpate.

Leonhard ging ganz und gar auf in seiner Liebe zu Gott und wollte von nun an nur noch in Demut für Christus leben. Er studierte Theologie, wurde zum Priester und bald schon zum Bischof geweiht. Voller Enthusiasmus predigte Leonhard das Christentum und immer mehr Menschen ließen sich bekehren, er sprach mit solcher Inbrunst, dass er sogar Heilungen vollbringen konnte.

Leonhard ging in die Stille der Wälder, wo er als Eremit lebte. Er hatte ausgesprochen gute Naturkenntnisse und ernährte sich nur von Brot und Kräutern, Pilzen und den Früchten des Waldes. Eines Tages traf er den König Chlodewig, der mit seiner hochschwangeren Gemahlin durch den Forst spazierte. Die Königin wurde von Geburtsschmerzen übermannt und der König bat Leonhard um Hilfe. Dieser rettete sie und das Kind, einen gesunden Knaben. Dafür schenkte der König ihm ein Stück Land. Leonhard erbaute eine Kapelle und
kleine Kloster Noblac.

Viele verzweifelte, ratsuchende, notleidende und kranke Menschen pilgerten zu Leonhard und er half ihnen durch Gottes Beistand. Er heilte Tiere und einmal kam ein Bauer in seine Klause und bat: "Du hast die Kuh meines Nachbarn gesund gemacht, bitte hilf auch meiner", und Leonhard half. Mit seiner Güte und Barmherzigkeit zog er noch mehr Menschen an, die auch so werden wollten wie er.

Besonders am Herzen lagen ihm die Gefangenen. So oft er konnte, besuchte er diese, sprach ihnen Mut zu und tröstete sie. Vielen Häftlingen konnte er dank seiner guten Beziehungen zum König die Freiheit vermitteln, er half ihnen auch dadurch, indem er bäuerliche Siedlungen schuf und sie landwirtschaftliche Arbeiten verrichten ließ.

Im Jahr 559 ist Leonhard gestorben. Heute wird er als Heiliger verehrt und ist Schutzpatron der Gefangenen, der Landwirte und Viehzüchter, des Viehs und der Pferde. In den Alpenländern finden alljährlich am 6. November ihm zu Ehren Leonhardiritte und Leonhardifahrten und Leonhardiwallfahrten mit Tiersegnung statt.

Die Tölzer Leonhardifahrt wurde 2016 als immaterielles Kulturerbe Bayerns anerkannt und durch die Unesco-Kommission in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Übrigens, nach Abschluss der Leonhardi-Wallfahrt hier in Tölz findet zum Ausklang das "Leonhardidreschen" (Goaßlschnalzen) in der Markthalle statt.

In eigener Sache möchte ich noch dranhängen: Am Donnerstag, 23. November ab 17 Uhr findet ein gemütlicher Abendflohmarkt statt, mit viel Neuwertigem, Klamotten (Escada etc.), Büchern, Rares, Antikes, Sammlungen, Bildern etc. in meinem Atelier und Margots Beautystudio, Englschalkinger Str. 196. Wir würden uns freuen über zahlreichen Besuch.


Edelstahlhaus

Das Edelstahlhaus. Fotos: Ysabelle Sauer-Saaliste

Solingen, die Klingenstadt – Oldtimertreffen

Von Ysabelle Sauer-Saaliste, www.ysaluma.de
Wir haben uns nicht in unseren goldfarbenen Citroen-SM gesetzt, um zum diesjährigen Oldtimer-Treffen in der Klingenstadt Solingen zu fahren, sondern sind - wie fast immer - bei strahlendem Sonnenschein bequem mit dem Zug angereist.

Eine wunderschöne Strecke entlang des Rheins mit herrlichen Aussichten. Die unzähligen Burgen, die an Rheinufer Hügeln imposant in den Himmel strotzen, lassen erahnen, wie sehr dieser "Grenz"-fluss seit Jahrhunderten immer wieder umkämpft und verteidigt wurde. Vorbei an Geisenheim, wo in der Hochschule für Wein- und Gartenbau nahezu alle bedeutenden Winzer weltweit ausgebildet werden, den steilen Weinberghängen mit dem Anbau der berühmten und besten Rheingau-Riesling-Weine (sogar das englische Königshaus bezieht seine Weine von
hier), das romantische Städtchen Rüdesheim mit der bekannten schnuckeligen Drosselgasse. Hier wird der älteste deutsche Weinbrand, der "Asbach uralt" hergestellt und 1924 hat Hugo Asbach die Weinbrandpralinen erfunden, die vor allem bei den Damen reißenden Absatz gefunden haben und seit den 50er Jahren gibt es auch noch den köstlichen "Rüdesheimer Kaffee", eine Spezialität aus Kaffee, Asbach, Zucker und Sahne, angezündet mit einem langen Schwefelhölzchen - mmhh.

Weiter zieht der Rhein dahin und schlängelt sich mit gefährlichen Strömungen bei St. Goarshausen am Schieferfelsen der Loreley entlang. Wir passieren Koblenz, das Deutsche Eck, eine künstlich aufgeschüttete Landzunge an der Mündung der Mosel in den Vater Rhein. Remagen, mit der berühmten Ludendorff-Brücke (Film: Die Brücke von Remagen) Fragmente der Brückentürme stehen noch, und schließlich erreichen wir Köln, unseren Umsteigebahnhof. Herrlich, wie der Dom neben den Bahngleisen prangt!

In Solingen angekommen, empfängt uns ein dunstiger, wolkenverhangener Horizont, trüb und sanfte Regentropfen ploppen fast zärtlich auf das graue Pflaster herab. Unser Hotel, der Grafräther Hof, liegt etwas außerhalb, aber diese kleine Dorfgemeinschaft ist im 2. Weltkrieg komplett verschont geblieben und erstrahlt mit entzückenden Fachwerkhäusern, man meint, in der "guten alten Zeit" zu weilen. Wir treffen unsere Clubfreunde zu einem urigen Abendmahl im Klosterbräu, mit selbstgebrauten Bieren.

Am Samstagvormittag nehmen wir an einer Werksbesichtigung bei Carl Mertens teil, einer über die Landesgrenzen hinaus bekannten Besteckmanufaktur. Ich wusste gar nicht, wie viele und welche Arbeitsgänge notwendig sind, um ein gutes Besteck, ein wirklich schneidendes Messer oder einen mundgerechten, wohlgeformten Löffel herzustellen. Curt Mertens, der heute den Familienbetrieb (1919 gegründet) leitet, ist übrigens der einzige vereidigte Besteck-
Sachverständige in Deutschland. Er führte uns durch seine Werkshallen und erzählte humorvolle Geschichten über den Wandel der Tischkultur im Laufe der Zeit. Hier werden in handwerklich geprägter Fertigung eine große Palette an Produkten aus Edelstahl hergestellt - ich habe mir einige Accessoirs für die Tischdekoration gekauft, Kellen, Schalen, Messer - und mein Mann hat freudestrahlend sein Portemonnaie gezückt.

Im Auto-Konvoi sind wir zum Schaberger Bahnhof gefahren, der fast neben der Müngstener Brücke liegt. Sie ist mit 107 m die höchste Eisenbahnbrücke in Deutschland und überspannt das Tal der Wupper zwischen Solingen und Remscheid. Das Schaberger Bahnhof-Restaurant, mit eigenem Bahnsteig, ist ein urtümliches Lokal: holzvertäfelte Wände, ein Kachelofen, nett gedeckte Tische. Es erwartete uns eine typisch bergische Hausmannskost, ein 3-Gänge-Menü, die Portionen unverschlingbar groß.: Wurst-Käseschnittchen, selbst gebackenes Brot, das eigentlich aussah wie Marmorkuchen, aber himmlisch im Geschmack, saisonale Suppen (meine Tomatensuppe unübertrefflich gut), das Fleisch butterzart (vom Hörensagen, weil ich Vegetarierin bin), ich habe das Hauptgericht ausgelassen, weil ich schon viel zu satt war. Den Nachtisch konnte auch fast keiner mehr zu sich nehmen, wir waren pappsatt. Mit müden Augen und schlappem Körper schlurften wir zum Bahnsteig, um mit der Lokalbahn über die Müngstener Brücke nach Remscheid zu fahren.

Remscheid-Lennep: Das Deutsche Röntgenmuseum - Toll! Ein Denkmal des Physikers Wilhelm Conrad Röntgen steht gegenüber vom Eingang in das hochmoderne und sehr unterhaltsame Museum. Zur Erinnerung: W.C. Röntgen, der 1845 hier geboren ist, hat 1895 während seiner Tätigkeit als Physiker und Dozent an der Universität Würzburg diese unsichtbaren (später nach ihm benannten) Strahlen entdeckt, wofür er dann 1901 den Nobelpreis erhalten hat. Die Durchleuchtung oder Durchdringung des Körpers mittels der Röntgenstrahlen wurde in Bildern dargestellt, die als Röntgenbilder noch heute von Bedeutung sind. Beim Durchstreifen des Museums erfährt man viel über den Standard der Medizin, begonnen vor über 100 Jahren bis in die heutige Zeit.

Ein kurzer Fußmarsch durch den Ortsteil Lennep in Richtung Bahnhof gab uns einen guten Eindruck dieser Kleinstadt im Bergischen Land, mit mittelalterlicher Struktur, vor allem in der Altstadt. Hier dominiert die evangelische Stadtkirche nicht nur durch den imposanten Turm und das einzigartige Kirchenschiff mit hölzernen Hochbalkonen links und rechts, sondern auch durch das herrlich laute Glockenspiel - die Schläge vibrieren durch den ganzen Körper. Mir gefällt das so gut und schon fast vergessene Kindheitserinnerungen werden wach ...

Am Sonntag, endlich, ließ sich die Sonne immer öfter blicken, mit stoßweisen Windbrisen, die die Wolkenlandschaften sekundenschnell veränderten. Wir besuchten den Medienhafen in Düsseldorf - nicht nur für Architekten und Künstler ein wohliger und zugleich aufregender Augenerguss. Ich bin schier ausgeflippt ob dieser "verzauberten Zeit" (ein Bilderbuchtitel von mir). Ich konnte (und wollte) nur staunen. Unsere Stadtführerin lotste uns durch diese einmalige Hafenanlage, einen Medienhafen, der durch repräsentative kreative Architektur besticht. Ein Arbeitsrefugium - fantasievoll, futuristisch. Werbeagenturen, Künstler, Rundfunk, Presse, TV, alle Sparten sind vertreten in diesen attraktiven Büro- und Wohnquartieren, aber auch Arztpraxen, Kanzleien, Kontore.

Deutsche und internationale Architekten haben dieses Stadtteil geschaffen, das zwar modern und flott ist, aber seine ursprüngliche Hafenatmosphäre behalten hat: die denkmalgeschützten Lagerhallen wurden saniert, restauriert und mit modernstem IT- und Medienequipment ausgestattet. Besonders beeindruckt haben mich das Haus aus Edelstahl, das so utopisch in den Himmel glänzt und spiegelt mit seinen "verbeulten" runden Wänden (erinnerte mich an Danzig-Zoppot, das schiefe Haus), das Hyatt-Hotel mit seinen gläsernen Twin-Towers, das "Lego"-haus, wie es von den Düsseldorfern liebevoll genannt wird. Es sieht aus wie ein Kunstwerk des holländischen Malers Piet Mondrian. Auch der Akademie-Professor Günter Ücker, der mit seinen reliefartigen Nagelbildern berühmt geworden ist (in den 70er Jahren habe ich zum ersten seine Werke in einer Münchner Galerie bewundert) hat sein Atelier an diesem
Hafen, gleich bei der Medienbrücke, neben dem von Jörg Immendorf entworfenen Bau.

Nicht zu vergessen sind die exklusiven Restaurants, Cafés und Klubs mit qualitativ hochwertigen Produkten (meine Pommes Frites waren handgemacht und haben so gut geschmeckt, wie ich sie nur in Belgien gegessen habe), aber auch die innenarchitektonische Ausstattung - fantastisch - im wahrsten Sinne des Wortes.

Unseren Abschlussabend haben wir wieder im Klosterbräu verbracht, bei ausgezeichnetem Mehr-Gänge-Menü. Mein Zanderfilet auf Blattspinat - vorzüglich, der Tafelspitz ist meinem Mann auf der Zunge zergangen, die Grütze ging nicht mehr in mich hinein, ich habe schlapp gemacht. Aber mit einem hausgebrannten Bierschnaps haben wir dann den Abend beendet und uns allesamt verabschiedet bis zum nächsten Jahr in der Uckermark.

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Röntgenmuseum.

Verstrahlte Hand.

Verstrahlte Hand
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Besteckmusterformen.

Statue W.C. Röntgen.

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Maschinenwalze.

Zahnarztpraxis 60er Jahre.

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Krankentrage 1. Weltkrieg.

Häuser im Medienhafen.

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Medienhafen.

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Hyatt Hotel.

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