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Wiener Naschmarkt. Fotos: Ysabelle Sauer-Saaliste

Wiener Naschmarkt. Fotos: Ysabelle Sauer-Saaliste

Mozart und Ysabelle Sauer-Saaliste.

Mozart und Ysabelle Sauer-Saaliste

Wien - nur du allein …

Ich liebe das Zugfahren. Schon immer. Es war und ist das einzige Gefährt, in dem es mir noch nie schlecht geworden ist. Im Gegenteil zum Autofahren, - ich brauche nur an meine Erstkommunion zu denken, wie ich das damals so teure Mittagessen in dem schaukelnden Taunus 17 M (Spitzwort: Badewanne), dem neuen Auto von meinem Onkel Ernst, von mir gegeben habe und meine Tante Lilli würgend und wütend mich und die Sitze ihres Wagens hat putzen müssen, oder wie ich einmal einen Pass im Gebirge zu Fuß heruntergelaufen bin, weil mich das Kurvenfahren dermaßen mitgenommen hat …

Heute sitzen wir, mein Mann und ich, im Cafe Segafredo im Hauptbahnhof, es ist 6.30 Uhr früh und in einer Stunde fährt unser Zug nach Wien. Bei einer Tasse Cappuccino beobachten wir die Menschen. Die einen hasten in die Arbeit, die anderen schieben, ziehen oder schleppen ihre Koffer und Reisetaschen durch die Halle zum Bahnsteig. Eine leise Wehmut beschleicht mich und, wie immer wenn ich in einem Bahnhof bin, Fernweh dazu. Ich träume von meiner Kindheit, da war das Eisenbahnfahren etwas Besonderes, aber auch Notwendiges. Wir haben damals in Piéton gelebt, einem kleinen Bergarbeiterdorf in der Nähe von Charleroi (Belgien). Hier bin ich auch geboren und meine erste Bahnfahrt sozusagen war die Heimreise vom Krankenhaus in unser Dorf. Da muss ich es schon gespürt haben, wie schön das Ruckeln und Zuckeln auf den Gleisen ist. Meine Mutti musste ja auch zu den Schwangerschaftsuntersuchungen in die Stadt fahren, und heute ist man davon überzeugt, dass das Ungeborene im Bauch schon sämtliche Schwingungen und äußeren Einflüsse wahrnehmen kann. Also, meine Wahrnehmungen müssen sehr angenehm gewesen sein.

Ich erinnere mich noch, wie schön es war, wenn meine Eltern, meine Schwester und ich sonntags ganz früh aufgestanden und mit den Zug nach Ostende oder Antwerpen ans Meer gefahren sind. Vormittags sind wir noch ganz weit entfernt vom Wellensaum gelegen, aber mittags ist die Flut so schnell hereingebrochen, dass wir mit nassen Füßen unsere hölzernen Liegestühle vor dem steigenden Wasser retten mussten und weit nach hinten gelaufen sind, wie die anderen Badegäste auch, und man ist übereinander gestolpert und hingefallen. Wir Kinder haben die Erwachsenen natürlich ausgelacht, weil die so ein Geschiss wegen dem bisschen Wasser gemacht haben.

Mein beeindruckendstes Bahnerlebnis war 1962, genau am 6. Oktober, denn da haben wir Belgien für immer verlassen. Freunde haben uns zum Bahnhof gebracht und es gab das große Abschiednehmen, mit vielen Tränen. Irgendwo schallte aus einem Kofferradio das Lied "J’entend siffler le train", das bis heute mein Lieblingslied geblieben ist. Ich war traurig, vor allem, weil ich meinen Hund Jucki habe nicht nach München mitnehmen dürfen, aber auch aufgeregt und gespannt, denn meine Mama, gebürtige Giesingerin, war glücklich, wieder in ihre alte Heimat zurückzukehren. Ich hänge noch meinen Gedanken nach, während wir zu unserem Zug gehen, der uns nach gut vier Stunden am Wiener Hauptbahnhof ankommen lässt - ein sehr gepflegter, sauberer und wirklich großer Bahnhof, der hell und einladend wirkt und den es erst seit 2013 (etappenweise Eröffnung bis 2015) gibt. Da könnten sich unsere Münchner Ratsherren und Bahnhofgestalter ein Scheibchen abschneiden.

Unser Hotel "Drei Kronen" liegt direkt am traditionellen Naschmarkt. Der Himmel strahlend blau, die Sonne lacht - einen netteren Empfang in Wien können wir uns nicht vorstellen. Also bummeln wir durch die Gassen des Marktes mit ausnehmend vielen Obst- und Gemüseständen, Gewürzläden, Trubel, Geschubse und Marketendergeschrei, der Schlemmergasse, wo ein Restaurant neben dem anderen konkurriert und die Ober jeden Vorbeigehenden auffordern einzukehren, und das Beisel (Kneipe) einlädt zum Sauser, auch Sturm oder Federweißer genannt, oder einem Schöpperl Wein mit einem Kracherl dazu. Jedoch, was ist aus dem gemütlichen und urigen, typisch wienerischen, "na geh - waast eh"-Naschmarkt geworden? Früher gab es hier die köstlichen süßen Mohnkuchen und Strudeln, Germknödel und Powidltascherl, Schaumzuckergebäck und Striezeln, Guglhupf und gebrannten Nüsse, köstlichste Pralineneigenkreationen und Torten der feinsten Art zu kaufen. Ich vermisse das alles sehr und finde nur noch ein paar wenige alteingesessene Standlbesitzer. Wie in einem orientalischen Basar komme ich mir vor, türkische, marokkanische und südländische Stände dominieren, der mir nicht angenehme Geruch (bin Vegetarierin) verschiedenster Falafel und Dönerangebote scheucht mich schnell durch das Gewühle weiterzugehen, vorbei an indischer oder thailändischer Ramschware, Billigsthalstüchern und Souvenirartikel. Irre viele, mir zum Teil unbekannte, exotische Früchte stapeln sich in Holzkisten auf krummen Brettern und werden mit einem "hier, zum Kosten" angepriesen, was ich auch tue. Die gedörrten, dunkelrotbraunen, fledderigen Hibiskusblüten schmecken leicht säuerlich und gut, die getrockneten Sauerkirschen sind ein Gedicht. Wir haben gleich mehrere Tüten davon gekauft. Rohe, gelbe Datteln - ein bisserl ledern, aber ein interessanter Gaumenkitzel. Und die riesigen roten Oliven erst - mmhh. Natürlich habe ich auch die thailändische Stinkfrucht Durian (Kotz- oder Käsefrucht) probiert , die erst leicht bananig, aber je länger ich darauf rumgekaut habe, immer fauliger im Geschmack geworden ist. Und die mir angebotenen Kaktusfeigen waren auch nicht so mein Ding - lätschert und dann die Kernderl zwischen den Zähnen.

Wir spazieren weiter, vorbei an wunderbar erhaltenen Jugendstilfassaden, dem Wiener Secessions-gebäude mit seiner goldenen Kuppel und der bezeichnenden Inschrift: Der Zeit ihre Kunst - der Kunst ihre Freiheit. Wir flanieren über den Karlsplatz zum Kärntner Ring, bewundern das Wiener Opernhaus, im Stil der Neorenaissance erbaut und 1869 mit der Premiere "Don Giovanni" von Mozart eröffnet, und besuchen in der Ringgalerie eine Ausstellung moderner Kunst, treffen Freunde und beschließen den Nachmittag im Cafe Mozart, ein klassisches Wiener Kaffeehaus, direkt am Albertinaplatz. Eigentlich wollten wir ja ins Sacher, aber ohne Reservierung kommt man nur mit längerer Ansteh- und Wartezeit hinein. Trotzdem haben der Mohnkuchen und die Nusstorte mit frisch geschlagenem Obers, der Palatschinken und die Sachertorte ausgezeichnet geschmeckt, dazu der duftende große Braune und die Wiener Melange. Zusammen gehen wir zurück zum Naschmarkt, ins jüdisch-orientalische Restaurant "Neni", welches zur Zeit sehr populär ist. Wie ein Schiff wirkt es auf mich, wie eine Arche
Noah. Wir haben einen Tisch im ersten Stock und durch die Lüftungsanlage hat man das Gefühl, es schwankt. Neni ist eines der Lokale der Familie des Pantomimen Samy Molcho, drei ihrer Söhne arbeiten hier. Das koschere Essen wird in Emailschalen und auf Platten serviert. Der Artischockensalat mit Zitronenguss schmeckt himmlisch, das Shakshula, ein Gericht mit Eiern und Gemüse - lecker, die Beilagen zum Fisch, bissfeste Bohnen aller Art, Löwenzahn, Spargel, Mangold - fein und dies alles mit ausgiebigen und lustigen Gesprächen in unserer Runde gewürzt. Danach ein Servus, baba und eine gute Nacht.

Am Samstag stöbern wir auf dem bekannten und kultigen Flohmarkt herum, der gleich an den Naschmarkt angrenzt und mich ein bisserl an die Auer Dult erinnert: viele Tandler, Trödler, Antiquitäten, erstaunlich wenig Geraffel. Ein Menschenmix aus der östlichen Welt - Roma, Russen, Polen, Slowenen, Slowaken usw., ein Sprachensalat, lautstarkes Gefeilsche und Gestikulieren, herrlich bunte, typische Zigeunerklamotten, Plisseeröcke in großen Blütenmustern, dazu Strickwesten und kleinstgeblümte Blusen, so viele Pelzmäntel auf einmal habe ich schon lange nicht mehr gesehen, Instrumente, ein alter Sinti fiedelt auf seiner Geige, dort verstimmte Gitarrenklänge, da sitzt ein Mann im Rollstuhl und spielt auf seiner Ziehharmonika - ein heiteres Kuddelmuddel! Wir gehen weiter, in das Kunstmuseum, die Albertina, die eine der größten grafischen Sammlungen der Welt besitzt. Zur Zeit findet hier die Ausstellung "Wege des Pointillismus" statt (noch bis 8.1.17) - unbedingt sehenswert, mit Werken von Seurat, Pissarro, van Gogh, Picasso und vielen mehr. Ich bin begeistert. Überhaupt ist die Albertina eines meiner Lieblingsmuseen.

Wir schlendern weiter, zum Dorotheum, das weltbekannte Auktionshaus in der Dorotheergasse. Ein Besuch hier ist bei all meinen Wienreisen obligat - und mein armer Mann stöhnt schon, bevor wir einen Schritt in die zweite Etage tun - das Paradies für Frauen: Schmuck in allen Facetten, originale Prunkstücke aus längst vergangenen Zeiten, Colliers, Armbänder, Ringe - Antikes und Neues vom hauseigenen Juwelier. Stundenlang habe ich vor den Vitrinen ausgeharrt und als wir das Dorotheum verlassen, baumelt eine große Tüte mit pretiösem Inhalt an meinem Handgelenk. Unser Spaziergang führt durch die Kärntnerstraße zum Wahrzeichen und Nationalheiligtum, dem Stefansdom, vom Wiener liebevoll "Steffl" genannt, mit seinem einzigartigen Dach in goldfarbenem Rautenmuster. Weiter geht es zum Lipizzaner Museum, vorbei an der Stallburg, dem Josefsplatz und dem Filmmuseum zu unserem eigentlichen Ziel, ins Augustiner, quasi unterhalb der Albertina. Der Heurige wird bestellt, die Schrannenmusi spielt auf und wehmütig erklingt das Lied: Sag beim Abschied leise Servus, nicht Lebwohl und nicht Adieu, diese Worte tun nur weh … Hans Moser hat es gesungen und Peter Alexander, und ich habe auch mitgeträllert ... bei einem letzten Glaserl Wein.

Am Sonntag früh starten wir unsere Heimreise und genießen tatsächlich die Wartezeit im Hauptbahnhof, oben, in der Lounge, wo man einen herrlichen Blick in den Bahnhof hinein hat und dem hurtigen Treiben der Reisenden zuschauen kann. Eigentlich wollte ich noch so viel mehr sehen von Wien, am Prater einen Langos mit viel Knoblauch verzehren, das alte Wohnhaus von meinem Onkel Alfons finden, in dem seinerzeit die Toiletten zwischen den Stockwerken waren und von mehreren Parteien benutzt worden sind. Jeder hat sein eigenes Kloopapier mitgenommen, wie die alte zerknautschte und weichgeriebene Krone-Zeitung, und dann hat man an der Kette gezogen, zum Runterspülen, wobei man aufpassen musste, dass die Schüssel nicht verstopft. Ich wollte in die Oper und ins Theater an der Wien, eine Donauschifferlfahrt machen - aber für 48 Stunden haben wir uns mal wieder so richtig wienerischwohl gefühlt . Servus, Wien, bis zum nächsten Mal.

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Beisel am Naschmarkt.

Naschmarkt.

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Taube.

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Flohmarkt.

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Albertina.

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Neni.

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Secessionsgebäude.

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Pointillismusausstellung.

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Van Gogh und
Ysabelle Sauer-Saaliste.


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Marktplatz, Kartoffelhaus.
Fotos: Ysabelle Sauer-Saaliste

Stadtturm.

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Das Jena-Wochenende

Wenn Engel reisen, ist das Wetter schön - nun Engel sind wir keine, aber der liebe Petrus verwöhnt uns noch mit einem schönen Altweibersommer und zum Teil untertags auch noch mit "Kurzärmelwette". Wir eilen zum Hauptbahnhof, erwischen unseren Zug und fahren zum Verbindungstreffen meines Mannes in die aus Kreuzworträtseln bekannte "vierbuchstabige Stadt in Thüringen" - Jena an der Saale - Studentenstadt, Schillerstadt, Bratwurststadt, Klößestadt und natürlich
Zeiss-Optik-Stadt.

Knapp nach der Wende waren wir schon mal hier - damals, als alles noch grau in grau, schmutzige Fenster, kaputte Häuser , Ruinen , Buckelpflasterstraßen, Einheitsgeruch nach Hausbrand ( durch Braunkohle verursacht), viel Staub und ziemlich heruntergekommen und duster. Ich weiß noch, wie ich mir ein Taschentuch vor die Nase gehalten habe und wir schnell in unser Auto geflüchtet sind um "Westgeruch" zu schnuppern. Gefallen hat es mir überhaupt nicht, und ich wollte nie wieder hierher. Was für eine Überraschung nun. Allein die Vororte - bunte Häuser, viel Grün, kleine Bäche mäandern durch die liebreizende Landschaft, leicht hügelig und idyllisch. Ich entdecke verwinkelte Wanderpfade und ausgebaute Radwege, Spaziergänger mit ihren Hunden, spielende Kinder, fröhlich, bunt. Wir fahren in den Bahnhof Jena-Paradies ein, und ich frage mich, wieso Paradies? Naja, der Bahnhof ist klein, nur zwei Bahnsteige, die auf einem Damm liegen, darunter ein Tunnel, der die Verbindung von der Stadt zum Park schafft, zum Eingang in das "Paradies" (so der Name des Parks).
Nachdem wir unser Gepäck die stählernen Treppen hinunter geschafft haben (den Aufzug haben wir erst bei der Heimreise entdeckt), besteigen wir ein Taxi, das sich durch die zwei verstopften Straßen über kleine Umwege schlängelt , zu unserem Hotel Noll, mitten drin im Zentrum. Eigentlich nur ein kurzer Fußmarsch vom Bahnhof entfernt, was wir aber vorher nicht gewusst haben. Nun stolpern wir (ich, und mein Schuhabsatz ist abgeknickt) über das Kopfsteinpflaster durch die enge Gasse ins Hotel. Wie zauberhaft und schön! Ein sehr begabter Architekt hat aus einem ehemaligen verkommenen Ziegel - und Mörtelbau ein Werk
geschaffen, das seinesgleichen sucht. Alt und Neu, miteinander verbunden, verbaut, in verschiedensten Elementen zusammengetragen, geformt, mehrere Häuser der Nachbarschaft zu einem umfunktioniert und restauriert. Unser Zimmer ist mit knapp 50 qm sehr groß und komplett mit Holz verkleidet die Wände, der Boden und der Plafond - gemütlich und warm, die Butzenfenster mit doppeltem Gitterfenster versehen, schallgeschützt. Mitten im Zimmer ein Rundbau, Teil des Bades, die Dusche - geräumig und hell - Begeisterung pur.
Ein kleiner Streifzug durch die Gässchen der Stadt, beginnend gegenüber im Touristenbüro. So eine schöne Touristeninformation habe ich in ganz Deutschland noch nicht gesehen. Auch hier wurden alte Mauer-, Kellerelemente und Bögen raffiniert zusammenkonstruiert und glasüberdachte Innenhöfe mehrerer Anwesen zu einem Gebäude verwoben. Durch im Boden eingelassenen Glasfenstern sieht man einstige Treppen, die in tiefere Gewölbe und Schächte hinab führten, Brunnen, Steine, antikes Mauerwerk - faszinierend. Über mehrere Ebenen erreicht man auf Stufen, deren eine Seite noch ausgebeult und schief sind, die andere Hälfte mit Stahl geebnet (ein wahres Kunststück) , den Durchgang zum Markt. Hier erwarten uns wunderschön restaurierte Fachwerkbauten und gemütliche Kneipen.
Gleich ein paar Meter rechts - ein herrlicher spätgotischer Bau, das Fachwerkhaus die Göhre, benannt nach dem Kaufmann Paul Göhre, der vor über 50 Jahren hier an dieser Stelle ein Wirtshaus betrieben hat. Das Gebäude wurde zu DDR-Zeiten bereits saniert und beherbergt nun das Jenaer Stadtmuseum mit seiner Geschichte. Geht man eingangs rechts, so findet sich über dem Türbogen eine Inschrift, welche die sieben "Wunder"(Sehenswürdigkeiten)
von Jena bezeichnet :
Ara (die Altarunterführung der Stadtkirche St. Michael),
Caput (Die Schnapphans-Figur an der Rathausuhr),
Draco (der siebenköpfige Drache, eine Juxfigur, im 17. Jahrh. von Studenten gebastelt aus Gips, Draht und Tierknochen)) ,
Mons (der Berg Jenzig aus Muschelkalk, mit der kahlen Nase),
Pons (die alte Camsdorfer Steinbrücke),
Vulpeculus Turris (der Fuchsturm, alter Bergfried),
Weigeliana Domus (das Weigelsche Haus , 17. Jahrh., ein Haus mit physikalischen Finessen, wurde 1898 abgerissen).
Wir passieren die Göhre und schleichen durch ein winziges Gässchen zur evangelischen Stadtkirche hinauf, mit ihrer prachtvollen Fassade, dem Brauttor und der, in solchen Bauten sehr seltenen, Durchfahrt unter dem Chor. Wir betreten die Kirche, in der sich die nicht in Gebrauch gekommene Grabplatte für Luther befindet und gerade ein Orgelspieler missklänglich übt, und zugleich ein Mini-Gottesdienst am Altar stattfindet mit 5 Personen und dem Pastor. Das Kuriose hier allerdings ist die Ausstellung "Das Alter in der Karikatur", bissig, kritisch, überspitzt, komisch, einfach super , mit Originalen bedeutender Cartoonisten wie Erik Liebermann, Marie Marcks etc. Ich muss beim Betrachten der Bilder derart lachen und mein Mann dazu, dass wir mit unserem Gegluckse schnell den seligen Ort verlassen und von Lachsalven gebeutelt in die nächste Kneipe stürzen um unsere Heiterkeit mit einem Gläschen Bier zu löschen.
Wir ziehen weiter, durch das nördliche Stadttor hindurch, welches noch mit einem Stück Stadtmauer relativ gut erhalten ist, in die mit bunten Lämpchen erleuchtete "Fressgasse", ein Lokal neben dem anderen. Wir ergattern einen leeren Tisch und bestellen einen Saale-Unstrut Wein, aus der hiesigen Gegend. Zwei Frauen stehen vis-à-vis an der Wand - und suchen einen Platz. Wir sprechen sie an, sich zu uns zu setzen. "Aber, stören wir auch nicht"? , und ähnliche Bemerkungen bekommen wir zu hören, sie freuen sich jedoch und gesellen sich zu
uns. Wir unterhalten uns recht angeregt und erfahren, dass es hier nicht üblich ist, sich an einen besetzten Tisch dazu zu setzen und da ist es uns dann auch aufgefallen, dass an den meisten Tischen nur zwei Personen gesessen sind. Da ist es bei uns in Bayern schon einfacher, gell ? Wir rutschen, so gut es geht, und manchmal auch ziemlich eng, auf der
Bierbank zusammen.
An diesem Abend haben wir mit den "Bundesbrüdern" im Hotel gegessen - hervorragende
Küche, alte deutsche und thüringische Gerichte wurden angeboten: Forelle blau und Müllerin Art, Thüringer Klöße, Wickelklöße, Rotkraut, Gulasch, Wild- und Pilzgerichte - jedes Mahl frisch und duftend und einfach köstlich. Irgendwann übermannte uns der Schlaf und wir gingen durch das verwinkelte Haus über mehrere Treppenauf- und -abgänge zu unserem Schlafgemach.
Der nächste Morgen, Freitag, war schon nimmer so schön, zwar noch relativ warm, aber Wolken zogen auf und ein böiger Wind pfiff durch die Sträßchen. Der Stadtführer holte uns ab und zeigte uns sein Jena, beginnend mit einem kleinen Marsch am "Jenaer Auktionshaus" vorbei zum "Denkmal für die Opfer der kommunistischen Diktatur", welches 2010 enthüllt wurde. Das Denkmal besteht aus Stein obwohl es eisern wirkt. Das Motiv: aufgeschichtete steinerne Schachteln, die Stasiakten darstellen sollen, in deren Rücken die Namen der Opfer sowie bestimmte Daten bedeutender DDR-Ereignisse eingeritzt sind. Ich finde es sehr bewegend und erinnerungsträchtig. Wir gehen durch das Universitätsviertel, durch den Unigarten mit der überlebensgroßen Statue des Universitätsgelehrten Albertus Magnus, vorbei an Wohnhäusern ehemaliger berühmter Studierenden, deren Namen auf Schildern zu bewundern sind, sehen einen nostalgischen und noch funktionierenden Pumpbrunnen und gelangen schließlich zur bekannten Friedrich-Schiller-Universität, die zu den traditionsreichsten und ältesten Universitäten Deutschlands gehört. Wir dürfen in die berühmte Aula rein und sitzen auf abgewetzten Stühlen, auf denen schon Generationen vor uns gesessen sind. Vorne prangt ein überdimensionales Gemälde von Ferdinand Hodler, entstanden zwischen 1905 und 1908, mit dem Motiv: "Studenten ziehen in den Krieg" - diese jungen Männer schlossen sich 1813 dem Lützower Freikorps an, um gegen Napoleons Truppen zu kämpfen. Aus Kostengründen trugen sie schwarz gefärbte Mäntel mit roten Kapuzen und goldenen Messingknöpfen. Diese Uniform gilt heute als Ursprung der deutschen Farben Schwarz-Rot-Gold.
Nach dieser kurzweiligen Verschnaufpause laufen wir weiter zum Marktplatz. In farbenfrohen Bauernständen werden regionaltypische Spezialitäten feilgeboten wie zuckersüße Reneclauden, selbsteingelegte Salz-Dill- und Essiggurken, Senfgurken, Zwetschgenmus, wunderhübsch gebastelte Zwiebelzöpfe, Thüringer Rostbratwürste und vieles mehr. Um punkt zwölf Uhr schlägt der Rathausturm, wir schauen hoch und sehen den "Schnapphans", der nach einer an einem Stab befestigten goldenen Kugel (Symbol für den Thüringer Kloß) schnappt. Lustig! Hier, mitten am Platz steht die oft mit Blumenkränzen bestückte Bronzefigur "Hanfried", sozusagen der Schutzpatron der Studenten, eigentlich ist es Johann Friedrich I von Sachsen, dem Studenten diesen Spitznamen gegeben hatten (joHAN FRIED rich). Nach kurzer Vesper im Kartoffelhaus, hier gibt es unglaublich viele Kartoffelgerichte, bei Köstritzer Bier und Federweißen, öffnet der Himmel seine Schleusen und weint uns nass. Trotzdem beschließen wir einen Einkaufsbummel und mein Mann bekommt seine im Schaufenster entdeckten blauroten Schuhe, ich hole mir aus dem Auktionshaus drei hübsche Medaillen aus den zwanziger Jahren und freue mich narrisch darüber.
Beim abschließenden gemeinsamen Abendessen, wieder im Hotel, weil es gestern so gut geschmeckt hat, lasse ich mich zu einem Dessert verführen, weil es hier auch winzige Probierportionen gibt: das leckerste Schokoladenmousse meines Lebens, und dann habe ich voll zugeschlagen und noch mal drei Portionen bestellt, aber richtige. Heute fanden wir , ohne uns zu verlaufen , unser Zimmer sofort. Am Samstag verabschieden wir uns und ziehen unsere rollenden Koffer über die vom Regen glitschigen Pflastersteine zum Bahnhof, lauschen dabei dem vieltönigen Glockengeläute und freuen uns auf unsre Münchner Stadt.

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Fressgasse bei Nacht.

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Albertus Magnus.

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Pumpbrunnen.

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Marktbrunnendenkmal Hanfried.

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Zwiebelzöpfe.

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Aktenberg.

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Student im Studentengarten.

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Brautportal.

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Schnapphans.

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Hotel Noll Plakat.

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Ferdinand Hodler - Studenten ziehen in den Krieg, 2 Cartoons aus dem Zyklus "Alter in der Karikatur".


Bildhauer Thomas Koch neben seinem Objekt boat-people. Fotos: Ysabelle Sauer-Saaliste

Bildhauer Thomas Koch neben seinem Objekt boat-people.
Fotos: Ysabelle Sauer-Saaliste

Schriftstellerin Lena Gorelik

Schriftstellerin Lena Gorelik.

Ausstellung und Lesung in der Autorengalerie

Von Ysabelle Sauer-Saaliste, www.ysaluma.de
Zur Gemeinschaftsausstellung mit dem Titel "Bilder, Briefe, Noten" hat Helmut Vakily, selbst Maler und Schriftsteller, in seine Autorengalerie eingeladen, nach Schwabing, am Pündtner Platz 6. Die Ausstellungsräume befinden sich im vierten Stock und wenn man die 95 Stufen hinauf geklettert ist, braucht man erst mal eine kleine Verschnaufpause. 27 Künstler konnten sich jeweils mit einem Kunstwerk präsentieren, darunter einige Galerie-Debütanten, wie auch ich. Wir haben uns ausnehmend
gut verstanden.

Die Galerie besteht seit April 1977 und bietet Freunden zeitgenössischer Kunst und Literatur einen Ort zu lebendigem Gedankenaustausch. Hier treffen Künstler und Literaten zusammen, bei jeder Vernissage gibt es auch eine Autorenlesung, manchmal auch zur Finissage. Diesmal hat die bekannte, in St. Petersburg geborene Autorin Lena Gorelik aus ihrem Roman "Null bis endlich" (erschienen im Rowohlt Verlag) vorgelesen, eine Geschichte dreier außergewöhnlicher Menschen, in der es sich um Freundschaft, Liebe und Abschied dreht. Ich habe mir ein anderes Buch, "Die Listensammlerin", gekauft, weil mich beim Aufschlagen des Buches bereits die ersten Sätze fasziniert haben.
Über die Autorengalerie wurde schon sehr viel Positives berichtet, wie z.B. in der Wochenzeitung "Die Zeit", im "Münchner Merkur" oder in der" Süddeutschen" aber auch in der internationalen Presse. Sie wird gefördert und bezuschusst durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München. Hier haben auch schon Künstler ausgestellt, die es zu großer Popularität geschafft haben, wie die österreichische Bildhauerin und Professorin Gabriele von Habsburg, der Fotokünstler und Pantomime Jean-Marie Bottequin, der bereits verstorbene Schriftsteller Horst Bienek wie auch der iranischstämmige Lyriker Cyrus Atabay, verwandt gewesen mit dem Schah Reza Pahlavi, und viele mehr.
Ich habe einige interessante Menschen kennengelernt, darunter den Bildhauer Thomas Koch, der mit seinem Objekt "boat people" ein zeitkritisches und zum Nachdenken weisendes Objekt geschaffen hat. Ein fesselndes Gespräch hatte ich mit dem bayrischen Bühnenbildner, Autor und Filmemacher Timm Zorn, der eine Assemblage mit dem Titel "Traum einer Sau vor der Schlachtung" gezeigt hat. Überhaupt waren die zur Schau gestellten Objekte allesamt sehr spannend und anregend anzusehen, wirklich großartig. Aber auch jedes einzelne gezeigte Bild, in den unterschiedlichsten Stilrichtungen und Maltechniken, erfordern beim Betrachter Aufmerksamkeit und ein nochmaliges Hinsehen, um eigenen Entdeckungen und Empfindungen in den Bildern ihren Weg zu lassen.

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten besucht werden: Mi - Fr von 13.00 - 18.30 Uhr, samstags von 10.00 - 14.00 Uhr. Die Finissage findet statt am Freitag, den 4. November, Einlass ist um 19.00 Uhr. Um 20.30 Uhr beginnt die Lesung "Christian Enzensberger - Ins Freie" (Ein Erinnerungsbuch).

Collage von Silke Hoffmann

Collage von Silke Hoffmann.

Gandhi - kalligrafierte Zeichnung, Ysabelle Sauer-Saaliste

Gandhi - kalligrafierte Zeichnung,
Ysabelle Sauer-Saaliste.

Galerist Helmut Vakily

Galerist Helmut Vakily.

Timm Zorn mit seiner Assemblage Traum einer Sau vor der Schlachtung

Timm Zorn mit seiner Assemblage Traum einer Sau vor der Schlachtung.

Bronzefigur: Frühling von Walter Felser, Bild darüber: landing-landung von Volker Michaelsen
boat people, Plastik von Thomas Koch

boat people, Plastik von Thomas Koch.

Bronzefigur: Frühling von Walter Felser, Bild darüber: landing-landung von
Volker Michaelsen.


Monika Roth, Sepp Maier, Fam. Schwarzmair, Dr. H. Sauer

Monika Roth, Sepp Maier, Fam. Schwarzmair,
Dr. H. Sauer. Fotos: Ysabelle Sauer-Saaliste

Ysabelle Sauer-Saaliste und Abi Ofarim.

Ysabelle Sauer-Saaliste und Abi Ofarim

´s Münchner Herz - Stars im Prinze

Von Ysabelle Sauer-Saaliste
Gestern, am 12. Oktober , war es wieder mal so weit. Zum vierten Mal haben Margot und Günther Steinberg zum Benefizabend "Stars im Prinze" in das Prinzregententheater eingeladen. Das Haus war bis auf den letzten Platz besetzt.
Die Steinbergs setzen sich mit ihrer Stiftung seit 2013 für die Förderung von Einrichtungen vor allem für Kinder und Jugendliche ein. Die erste dieser Begegnungsstätten, das Perlacher Herz in Neuperlach, ist aus einer christlichen Initiative der gläubigen Steinbergs ins Leben gerufen worden, nach dem Motto, „unter dem Gesichtspunkt der Nächstenliebe zu handeln". Hier finden Kinder, Teenager, Twens aber auch Familien und Senioren Hilfe bei ihrer Lebensgestaltung, das Leben würdevoll und selbstbestimmt zu leben. Menschen verschiedener Herkünfte treffen sich und finden zueinander, kulturelle Vielfalt wird geschätzt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter arbeiten immer im Team, zusammen mit einer sozialpädagogischen Fachkraft. Die Arbeit des Perlacher Herz´ zeichnet sich durch persönliche Unterstützung, Beratung, Begleitung, Seelsorge und Vermittlung aus, unabhängig von Nationalität, Geschlecht oder Konfession. Ein reichhaltiges Angebot wie Hausaufgabenhilfe, Lernbegleitung, Internet - Druckerbereitstellung für schulische Aktivitäten, Kochkurse und Lebensmittelkunde, Spielen, Tanz-, Musik- und Rapkurse, Bastel- und Nähanleitungen und u.a. mehr steht für die Kids und Youngsters bereit. Mit Freude und Engagement werden diese Angebote aufgenommen, und wie wir gestern selbst erleben konnten, auch mit Erfolg.
Anouschka Horn, die den "Stars-im-Prinze"- Abend sehr geistreich und informativ moderiert hat, stellte die Perlacher Rapgruppe vor, die bereits im letzten Jahr ihr Debüt hatten. Man spürt die Freude und Hingabe dieser Kinder, die Mädchen, die durch fleißiges Training die Choreografie einstudiert haben und nun gekonnt ihre Hüften schwingen und tanzen zur Musik der coolen Jungs, die ihren selbstverfassten Rapsong äußerst selbstbewusst interpretieren. Danach folgte im ersten Teil des Abendprogramms klassische Musik - mit einem Duett von Andrea Borghini, Bariton und Mitglied des Opernensembles München und unserer weltbekannten, bayrischen Sopranistin Felicitas Fuchs, die auch schon das vierte Mal mit von der Partie ist, mit der Arie La ci darem la mano, aus Mozarts Don Giovanni . Ich kenne Felicitas Fuchs auch von anderen Veranstaltungen her, vor allem, seit sie in der katholischen Akademie in Schwabing ein abendfüllendes, sehr erfrischendes und interessantes Interview mit dem Musikprofessor Siegfried Mauser gegeben hat. Besonders gut gefallen hat mir das Duett von ihr und Galeano Salas aus Puccinis La bohème "... mi chiamano Mimi". Ein besonderer Geheimtipp für mich ist dieser wunderbare Tenor mit seiner fröhlichen, jungenhaften Erscheinung, der seit dieser Spielzeit festes Mitglied der bayrischen Staatsoper ist. Sein Klangvolumen ist immens und als er das "Nessun dorma" schmettert, bin ich zutiefst berührt, nicht weil es sowieso eine meiner Lieblingsarien ist, sondern weil er es so unvergleichbar eigenstimmig vorgetragen hat; im Publikum totenstilles Lauschen und kaum verklingt der letzte Ton, brandender Applaus und Bravorufe. Felicitas, nun in einem hautengen roséfarbenen Kleid, verführt mit dem Leharlied "Meine Lippen sie küssen so heiß" die Theatergäste zu sinnlichen Fantasien. Wie schon bei den vorherigen Veranstaltungen auch, dirigierte Wolfram Graul das große, fünfzigköpfige Isar Philharmonie Orchester München.
Nach der Pause geht es weiter mit Jazzmusik und Swingklassikern, u.a. von Duke Ellington und Count Baisie, gespielt von den Musikern des Landes-Jugend-Jazzorchesters Bayern unter der Leitung von Harald Rüschenbaum, der sein Orchester mit tänzelnden , hopsenden Schritten und rhythmisch ausladenden, mitreißenden Bewegungen dirigiert. Zum Abschluss singen alle Künstler des Abends das 's Münchner Herz Lied "You´ll never walk alone" mit dem tief in die Seele gehenden Text von Peter Machac:

Du besiegst jeden Sturm
mit erhobenem Haupt,
auch das Dunkel der Nacht bald entflieht.

Denn am Ende des Sturms
unter ´nem Himmel aus Gold
singt die Lerche ihr klangvolles Lied.

Keine Angst vor dem Sturm
keine Angst vor der Nacht,
auch wenn Träume schnell verflieg´n.

Hab den Mut, geh voran , voller Glauben im Herz,
dann gehst du nie mehr allein,
du gehst nie mehr allein.

Nun, nach dem musikalischen Abendprogramm gibt es noch einen Empfang - mit Wein und Bier, Herzerlbrezen und Snacks und vielen Hallos und Umarmungen, netten Gästen und zum Teil auch intensiven Gesprächen. Peter Machac, Schauspieler und Ex-BR-Moderator, haben wir erst kürzlich getroffen auf der Wies´n bei der Lissy, wo Schausteller oder Wiesnpersonal oder wer halt mag, und Lissy kennt, und den sie eingeladen hat. Hier, hinterm Teufelsrad, spielt sich das andere Oktoberfestdasein ab. Inmitten von Trubel - eine ruhige und gemütliche Oase, mit selbstgebrautem Kaffee und köstlichen, hausgemachten Kuchen, netten Leuten und dem stets fröhlichen Lissy-Lachen. Peter Machac hat übrigens auch das Buch "Maßvoll" geschrieben, worin kurzweilig und humorvoll autobiografisch über das Leben von Margot und Günther Steinberg zu lesen ist. Beide erzählen ihre Geschichten, von früher, den 60er und 70er Jahren, als Günther Faschingsprinz war und seine Eltern einen Fotoladen besaßen, wie er Margot, die Tochter des Friedrich Jahn, Begründer der Wienerwaldkette (wer erinnert sich noch an Wieni und Waldi?) kennengelernt hat, wie Margots Schwester entführt worden ist und Günther das Lösegeld übergeben sollte - und wie ihre Ehe zu bröseln begann ... und dann das Happy-end, durch Gottes Führung und Fügung. Das Buch ist wirklich lesenswert!
Am Nebentisch steht Abi Ofarim, der mich vor 45 Jahren, als er mit seiner damaligen Frau Esther durch Deutschland tourte, und sie im Hotel Bayerischer Hof abgestiegen sind, eingeladen hat. Damals habe ich Autogramme gesammelt. Da fällt mir grade ein, einmal, am Heiligen Abend, bin ich mit meiner Cousine Inge Autogramme holen gegangen, und wir haben bei der Erni Singerl, die in Trudering gewohnt hat, geklingelt. Mei, war die nett. Sie hat uns gleich reingelassen und weil wir so ausgefroren waren, hat sie uns einen Kakao gekocht und ihre selbstgebackenen Platzerl probieren lassen. Und weil sie uns so gut geschmeckt haben, haben wir beide ein kleines Sackerl geschenkt bekommen und ein ganz besonderes
Autogramm. Ja, die Erinnerungen. Ich war großer Fan von Esther und Abi Ofarim und kannte ihre Lieder auswendig, und ich wollte damals ja auch Sängerin werden, darum habe ich immerzu das Lied "Cinderella Rockefella" geträllert und "Morning of my life". Aber am meisten mochte ich "Komm lieber Franz, noch einen Tanz", das war auf Deutsch und ich konnte es mit meiner Gitarre begleiten, übrigens das einzige Lied, das ich auf der Gitarre spielen konnte ... Mein Autogramm habe ich erhalten und eine kleine Privataudienz in der Hotelhalle
mit einem Cola.
Sepp Maier, unser großer und zu seiner aktiven Zeit weltbester Torwart, war auch gekommen, mit seiner Frau Maria Roth. Ich weiß noch, wie er mal während eines Fußballspiels am Torpfosten gelehnt ist und Faxen gemacht hat, und auch heute noch ist er ein "valentinischer" Komödiant. Als ich damals in der Himalajastraße gewohnt habe, da ist der Hans Rebele, ein TSV1860 er Fußballer, gegenüber von uns eingezogen. Irgendwie bin ich dann mit meiner Freundin Elli zu einem Fußballspiel mitgenommen worden, wo der FC Bayern gegen die 60er gespielt hat und ich habe den Sepp Maier so toll gefunden, und seine Spaßetterl erst - ich habe voll für ihn geschwärmt. Und mein Autogramm habe ich auch gekriegt von ihm.
Unserem bayerischen Innenminister, Joachim Herrmann, konnte ich noch mal mein Herzensanliegen vorbringen, ob es noch eine Möglichkeit gibt für den Erhalt des Festspielhauses in Füssen am Forggensee. Unser König Ludwig II. hat mit seinem Schloss Neuschwanstein etwas einzigartiges geschaffen, und das Festspielhaus, genau vis-à-vis davon, ist ebenso einmalig, von der Lage mal ganz abgesehen. Ich schweife so meinen Gedanken hinterher und freue mich, dass es ein so gelungener Abend war, dass ich so viele nette Menschen getroffen und wieder gesehen und kennen gelernt habe, und was für mich besonders schön ist, ist die Tatsache, dass wir alle, die wir gekommen sind, verbunden sind miteinander, durch das Münchner Herz.

Tenor Galeano Salas
Angelika Honner und Schwester Franziska

Angelika Honner und Schwester Franziska.

Tenor Galeano Salas.

Birgit Bergen
Dr. Hartmut Sauer, Dr. Hugo Falter und Frau Lara, Robert Chlad, Karikaturist

Dr. Hartmut Sauer, Dr. Hugo Falter und Frau Lara, Robert Chlad, Karikaturist.

Birgit Bergen.

Prinz Poldi von Bayern
Dr. Hartmut Sauer und Ex-Faschingsprinzessin Cornelia II

Dr. Hartmut Sauer und Ex-Faschingsprinzessin Cornelia II.

Prinz Poldi von Bayern.

Ehepaar Willi und Olivia Schwarzmair

Ehepaar Willi und Olivia Schwarzmair.

Peter Machac und Frau Monika Strauch.

Peter Machac und Frau Monika Strauch
Peter Machac und Ysabelle Sauer-Saaliste
Familie Seger, Gaby Strauß, Birgit Netzle

Familie Seger, Gaby Strauß, Birgit Netzle.

Peter Machac und
Ysabelle Sauer-Saaliste.

Günther Steinberg und Traudl Kustermann

Günther Steinberg und Traudl Kustermann.

Anouschka Horn.

Anouschka Horn
Sepp Maier
Felisitas Fuchs und Günther Wittekindt

Felisitas Fuchs und Günther Wittekindt.

Sepp Maier.

Inge Seger, Gaby Strauß, Freunde, Marianne Strauß, York William

Inge Seger, Gaby Strauß, Freunde, Marianne Strauß, York William.

Innenminister Joachim Herrmann.

Innenminister Joachim Herrmann
Harald Rüschenbaum, Leiter d. Landes-Jugendjazzorchesters
Landesjugendjazzorchester Bayern

Landesjugendjazzorchester Bayern.

Harald Rüschenbaum, Leiter d. Landes-Jugendjazzorchesters.

Lissy Polaczy und Peter Machac

Lissy Polaczy und Peter Machac.

Ricki Steinberg und Frau

Ricki Steinberg und Frau.

Silja Steinberg und Felisitas Fuchs
Lara und Dr. Hugo Falter (Rechtsanwalt)

Lara und Dr. Hugo Falter (Rechtsanwalt).

Silja Steinberg und Tochter

Silja Steinberg und Tochter.

Silja Steinberg und Felisitas Fuchs.

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Kunstmalerin Heidi Winkler
Wohlmutserweg 2
87463 Dietmannsried
Tel. 0 83 74-80 81

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Tierschutzverein München