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SOS_Lamprecht_Einweihung_1

Eva-Maira und Jörg Lamprecht freuen sich insbesondere für ihre SOS-Kinderdorf-Kinder über das schöne Zuhause. Eva-Maria hat nun auch ihren so lange gewünschten Bauerngarten,
in dem die Kinder fleißig beim Pflanzen helfen. Fotos: Christoph Rublack

SOS_Lamprecht_Brommont_Einweihung

Auch Einrichtungsleiter Andreas Brommont war gekommen, um mit der SOS-Kinderdorffamilie das neue Zuhause einzuweihen. Bei schönem Wetter gab es Kaffee und Kuchen,
viele Informationen und ein Kinderquizz.

Hauseinweihung im SOS-Kinderdorf Dießen

Ein renoviertes Haus mit Bergblick: für viele ein schöner Traum, für die SOS-
Kinderdorffamilie Lamprecht einer, der wahr geworden ist. Vor einigen Wochen sind die Umbauten am und im Haus 16 im SOS-Kinderdorf Dießen fertig gestellt worden und die normalerweise sechs, durch Umverteilung derzeit neun Kinder, sowie zwei Erwachsenen sind umgezogen. Der Umzug war nicht weit – nur ins Nachbarhaus. Dennoch hat es vor allem Jörg und seine Frau Eva-Maria Lamprecht viel Kraft
gekostet, zusätzlich zu ihrem besonderen Alltag mit den Kindern den Umzug zu organisieren. So sind sie umso glücklicher, dass Haus und Außenanlagen nun fertig gestellt sind.


„Es ist wunderschön“, schwärmt Jörg Lamprecht, der nun zu einem großen Hauseinweihungsfest eingeladen hatte, um sich bei den zahlreichen Spendern und Helfern zu bedanken. Ohne die wäre es nicht möglich, die inzwischen in die Jahre gekommene Häuser des SOS-Kinderdorfs nach und nach umzubauen, zu modernisieren und den gesetzlich neuen Standards von Heimeinrichtungen anzupassen. Jedes Kind und jeder Jugendliche haben ein eigenes Zimmer. Der SOS-Kinderdorf-Vater und seine Frau haben einen eigenen Bereich mit Bad, Schlaf- und Arbeitszimmer. Wohn- und Esszimmer sind hell, groß und gemütlich eingerichtet. Es ermöglicht ein normales Familienleben in einer Großfamilie und ein Zuhause, so wie SOS-Kinderdorf-Gründervater Hermann Gmeiner es sich damals für die in Not geratenen Kinder vorgestellt hat, nur angepasst an heutige gesellschaftliche Normalitäten.

Rund 80 Besucher kamen zur Einweihungsfeier. Darunter viele Förderer des SOS-Kinderdorfes, Freunde und Lehrer, Vormünder sowie Eltern, Großeltern, Geschwister und weitere Verwandte der Kinder. „Damit war es auch ein richtiges Familienfest, das bedeutet ganz viel für eine Heimeinrichtung“, so Lamprecht. Auf dem Programm stand ein Quizz über SOS-Kinderdorf für die Kinder mit Preisen von Dießener Banken, sowie Haus- und Dorfführungen. Die Kinder haben auf ihren Instrumenten vorgespielt und es gab Kaffee, Kuchen und Gegrilltes.

Höhepunkt und Abschluss des Festes war eine Andacht mit anschließender Segnung des Hauses, aber auch eines ganz besonderen Rebstockes. Denn zwei der SOS-Kinderdorfkinder aus der Familie Lamprecht hatten in diesem Jahr Erstkommunion. Das Thema lautete dabei: „Ich bin der Rebstock und ihr seid die Reben.“ „Da kam unserem Patenverein SCU aus Thüringen die Idee, uns einen Rebstock zu schenken“, so Lamprecht. Dieser wurde gepflanzt und nach einer Andacht vom Pfarrer Josef Kirchensteiner gesegnet, genauso wie das Haus. „Damit schloss sich ein Kreis“, so Lamprecht, der den ganzen Tag damit beschäftigt war, Fragen der Gäste zu beantworten und sie herumzuführen. Er sei sehr glücklich, insbesondere, weil die ihm anvertrauten Kinder im SOS-Kinderdorf so ein schönes Zuhause haben.


Familienhebamme Angelika Killi unterstützt Yohana und ihren Sohn Mikas, weit über die normale Hebammentätigkeit hinaus. Foto: Mareike Spielhofen

Familienhebamme Angelika Killi unterstützt Yohana und ihren Sohn Mikas weit über die normale Hebammentätigkeit hinaus. Foto: Mareike Spielhofen

Mehr als eine Hebamme
Familienhebamme Angelika Killi vom SOS-Kinderdorf

Angelika Killi steigt aus ihrem Auto. Neben ihr sitzt eine junge dunkelhäutige Frau, die nun ebenfalls aussteigt und einen kleinen Jungen aus dem Kindersitz auf der Rückbank befreit. Er quietscht vor Vergnügen und kaum, dass seine Füße den Boden berühren, läuft er etwas tapsig los, durch das Gartentor, nimmt bedacht eine Stufe nach der anderen, bis er auf der kleinen Terrasse vor der Haustür steht.

Die junge Frau ist Yohana aus Eritrea, ihr Sohn Mikas ist fast zwei Jahre alt und in Deutschland geboren. Schon während der Schwangerschaft wurden Yohana und ihr Mann Fithawi von Angelika Killi unterstützt. Denn sie ist als Familienhebamme angestellt beim SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech: Schwangere, junge Mütter und Familien, die sich in belastenden Lebenssituationen befinden und eine intensivere Betreuung benötigen, werden, zusätzlich zur regulären Hebammenbetreuung, von ihr unterstützt.

Angelika Killi ist 2012 persönlich vom ehemaligen SOS-Kinderdorfleiter Erich Schöpflin gefragt worden, ob sie sich diese Aufgabe vorstellen könnte. Killi hat damals sofort erkannt: „Das liegt mir!“ So machte sie eine Zusatzausbildung und nahm die Stelle, angegliedert an die SOS-
Frühförderstelle in Landsberg und damals noch zum Teil refinanziert durch das Jugendamt, an. Vorbild waren erfolgreiche Familienhebammen-Projekte aus Norddeutschland, die es dort schon seit 20-30 Jahren gibt.

„Ich bin als Hebamme selbständiges Arbeiten gewöhnt und arbeite auch als Familienhebamme ganz individuell. Wenn ich sehe, einer Familie geht es schlecht, dann bin ich auch mal mehrere Stunden am Tag da und versorge die anderen Kinder der Familie mit. Wenn ich sehe, der Familie geht es gerade gut, da ist vielleicht die Oma da, dann ziehe ich mich zurück.“

Vor sieben Jahren wusste noch niemand so recht, in welche Richtung sich das Konzept „Familienhebamme“ bei SOS-Kinderdorf entwickeln würde. Doch dann kamen die Flüchtlinge und mit ihnen auch der Familiennachzug. „Vor rund zweieinhalb Jahren war ich das erste Mal in Bischofsried bei einer schwangeren Flüchtlingsfrau. Heute sind rund 90 Prozent meiner
Familien Flüchtlingsfamilien.“

Viel mehr als die normale Hebammentätigkeit
Mikas hebt vorsichtig einen kleinen Stein auf, nimmt ihn fest in seine Faust und legt ihn Angelika Killi in den Schoß. Diese sitzt mit seiner Mutter noch kurz auf der Terrasse zusammen. Die Familie wohnt zur Untermiete in einem alten Bauernhaus in Dettenschwang. Mikas kommt gerade von einem Untersuchungstermin. Schon während der Schwangerschaft wurde eine Herzarrhythmie festgestellt, nach der Geburt hatte er Haut- und Lungenprobleme und musste viele verschiedene Medikamente einnehmen. Für das junge Paar, das vor vier Jahren unter widrigen Umständen aus Eritrea über das Mittelmeer geflüchtet war, war dies aufgrund der Sprach- und kultureller Barrieren eine Situation, die sie stark verunsicherte und zusätzlich belastete. Angelika Killi unterstützte daher schon in der Schwangerschaft und nach der Geburt. Sie fuhr die Familie zu den Ärzten, erklärte die Medikamentendosierung, tröstete und nahm Ängste. Außerdem leitete sie in die Wege, dass Mikas einen Krippenplatz bekam.

Andere Länder andere Sitten
Ihre Arbeit geht weit über die normale Hebammentätigkeit hinaus. „Als Familienhebamme schaue ich mir das gesamte Familienkonstrukt an. Wenn ältere Kinder in den Familien sind, schaue ich, ob sie schon mal beim Zahnarzt waren, ob sie geimpft sind oder ihre
U-Untersuchungen regelmäßig gemacht wurden.“ Angelika Killi ist damit für die Flüchtlingsfrauen mit Kindern eine wichtige Ansprechpartnerin und eine große Hilfe. Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede, unbekannte bürokratische Abläufe sowie die isolierte Lebenssituation in einem fremden Land ohne eigene Familie führen bei den Flüchtlingsfrauen zu großen Unsicherheiten. Mit Killis Hilfe haben nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder eine gute Chance, vernünftig in der Gesellschaft, die nun ihre Heimat ist, anzukommen und sich zurechtzufinden.

„Diese Prozesse schubse ich mit an. Das macht mir viel Spaß“, so Angelika Killi. Schon seit
20 Jahren arbeitet sie im Umkreis von Dießen als Hebamme und ist sehr gut vernetzt. Außerdem hat sie schon in Brasilien, weitab von jeglicher Stadt als Hebamme gearbeitet. „Ich habe dort draußen in Hängematten ohne Strom Hausgeburten betreut.“ Sie weiß aus Erfahrung, dass sie Überzeugungsarbeit für die Abläufe in Deutschland leisten muss. „Dass das Leitungswasser für die Babys gut genug ist, muss ich den Frauen erst erklären.“ Inzwischen, nach sechs Jahren als Familienhebamme hat sie insgesamt 52 junge Familien betreut.

Der größte Wunsch: Eine Wohnung in Dießen
Yohana, ihr Mann Fithawi und ihr kleiner Sohn Mikas liegen Angelika Killi sehr am Herzen. Trotz seines etwas holprigen Starts ins Leben ist Mikas ein fröhlicher kleiner Junge, der sich prima entwickelt. So lange er keinen Infekt hat, geht es ihm gesundheitlich gut. Fithawi arbeitet derzeit als Lagerarbeiter. Für ihn und auch für Yohana ist es schwierig, ohne Auto in Dettenschwang zurechtzukommen. Fithawi übernachtet oft bei Freunden in Dießen, um überhaupt zu seiner Arbeitsstelle zu kommen. Yohana würde gerne eine Friseur- oder Konditorausbildung machen. Doch der öffentliche Nahverkehr in Dettenschwang passt nicht zu den Krippenzeiten. So ist der größte Wunsch des jungen Paares, eine kleine Wohnung in Dießen zu finden. Angelika Killi unterstützt sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten, wo sie nur kann. Sie hat den beiden Erwachsenen und insbesondere dem kleinen Mikas einen guten Start in Deutschland mit ermöglicht. Wunder kann sie allerdings auch nicht vollbringen.


SOS_Scheckübergabe_VRBank

SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter Christoph Rublack (Bildmitte) erhält einen Scheck über 750 Euro von Johann Oberhofer von der VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg (rechts im Bild) und Veranstalter der Andechser Musikwochen Bernhard Schloemer (links im Bild) für den Umbau von Haus 14 (im Hintergrund).. Foto: Mareike Spielhofen

SOS-Kinderdorf Dießen erhält 750 Euro aus Spenden
im Rahmen der Andechser Musikwochen


Es sei eine „runde Sache“ gewesen, berichtete Johann Oberhofer, Bereichsleiter Marketing und Vertrieb der VR Bank Starnberg bei der Scheckübergabe in Höhe von 750 Euro an das SOS-Kinderdorf in Dießen. Das Geld stammt aus direkten Spenden, die im Rahmen der Andechser Musikwoche Ende April für SOS-Kinderdorf gesammelt wurden. Diese Summe rundeten die VR Bank sowie der Veranstalter Bernhard Schloemer von BEE auf und brachten diese persönlich in Dießen vorbei. SOS-
Kinderdorf-Mitarbeiter Christoph Rublack nahm den Scheck dankbar entgegen und zeigte den beiden Besuchern vor Ort, wie das Geld investiert wird: es fließt direkt in den Umbau von Haus 14, das für eine SOS-Kinderdorf-Familie gerade
modernisiert wird.


Mit „runder Sache“ meint Johann Oberhofer die Kooperation der VR Bank mit Bernhard Schloemer im Rahmen der Andechser Musikwoche. Oberhofer hatte dabei das Konzept der Veranstaltung überzeugt: die unterschiedlichen Musikrichtungen, die Mischung aus etablierten Künstlern sowie Newcomern aus der Region, und die Verknüpfung mit einem sozialen, regionalen Projekt. Und dann plauderte er aus dem Nähkästchen: dass die VR Bank schon seit Ende der 80er Jahre regionale Konzerte mit der Münchner Freiheit, Spider-Murphy-Gang, Wolfgang Ambros und Reinhard Fendrich unterstütze. Ein besonderes Highlight war dabei der Auftritt von Falco.

Seit zwei, drei Jahren sei jedoch keine interessante Veranstaltung mehr an die Genossenschaftsbank herangetragen worden, bis Oberhofer Bernhard Schloemer bei einem Runden Tisch der Gesellschaft für Wirtschafts- und Tourismusentwicklung im Landkreis Starnberg kennenlernte. „Eine typische Netzwerkgeschichte“, so Schloemer. Denn im Dunstkreis von München sei es besonders wichtig, sich zu vernetzen, um das kulturelle Leben in der Region aufzuwerten – und dabei auch die soziale Region zu unterstützen. Die Andechser Musiktage sind für 2021 wieder geplant.

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