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SOS_Holzheu_Weihnachten

Petra Newin und ihre SOS-Kinderdorf-Mutti plaudern über die gemeinsam verbrachten Weihnachtsfeste im SOS-Kinderdorf. Auch in diesem Jahr verbringen sie Weihnachten miteinander. Foto: Mareike Spielhofen

Wie packe ich ein Geschenk aus?
Weihnachten, wie es früher war, im SOS-Kinderdorf

„Ach, des war schee …!“ Erna Holzheu und ihre SOS-Kinderdorf-Tochter Petra Newin sitzen plaudernd am vorweihnachtlich gedeckten Kaffeetisch im gemütlichen Wohnzimmer der 85-Jährigen. Die ehemalige SOS-Kinderdorf-Mutti erinnert sich gerne an die Weihnachtszeit im SOS-Kinderdorf in Dießen. Insgesamt 34 Jahre war sie
SOS-Kinderdorfmutter. 34 Mal feierte sie mit den ihr anvertrauten Kindern Weihnachten. Christliche Werte standen dabei im Vordergrund. „Wir sollten den Kontext verstehen“, so Newin.


Und dann erzählt sie, dass sich die Geschwister früher in der Vorweihnachtszeit einen Adventskalender geteilt hätten. „Das waren zusammengeklebte, mit Stoff bezogene Zündholzschachteln mit kleinen Perlen als Griffe“, erinnert sich die heute 47-Jährige. Nie sei etwas Großartiges drin gewesen, vielleicht ein Bonbon oder so, aber immer ein kleiner, gerollter Zettel mit einem Spruch drauf. Erst am Abend durfte eines der Kinder, das an dem Tag etwas Besonderes für die Gemeinschaft getan hatte, das Türchen öffnen. „Derjenige fühlte sich dann wie der Mitarbeiter des Monats“, lacht Newin. „Doch ich glaube, letztendlich wurde niemand benachteiligt.“ Und Erna Holzheu fügt hinzu: „Man hatte ja auch schwache Kinder, die man damit stärken konnte. Ich konnte ihnen zeigen, dass ich auch die kleinen Dinge sehe und sie belohne.“ Kleinigkeiten, die Großes bewirken. Ganz später habe es dann auch Schokoladenkalender gegeben. „Aber ganz ehrlich: das hat nicht so viel Spaß gemacht!“

Eine weitere Zeremonie der Vorweihnachtszeit war es, die Krippe in der Schrankvitrine im Wohnzimmer aufzubauen. „Das war das Höchste für die Jungs“, so Holzheu. Auf sonntäglichen Spaziergängen wurden schon wochenlang vorher besondere Wurzeln und Moos gesammelt.

Am Weihnachtstag gingen die Kleinen nachmittags ins Marienmünster zur Christmette, während die Großen den Weihnachtsbaum aufstellten, natürlich mit echten Kerzen. „Wir mussten gut darauf achten, dass da ja kein Zweig zu nah über der Kerze stand, damit es nicht anfängt zu brennen“, so Petra Newin, die zuerst die Jüngste und später die Älteste war.

Vor der Bescherung warteten die Kinder aufgeregt in ihren Zimmern. Irgendwann erklang ein Glöckchen, dann rumpelten sie alle die Treppe runter und rein ins Wohnzimmer. Vorne auf dem Esstisch waren die Geschenke drapiert. Doch es blieb zunächst nur Zeit für einen heimlichen, schnellen Blick darauf, ob der eigene Haufen groß oder eher klein ist. „Dann konnte man während des Betens schon mal innerlich heulen“, erinnert sich Newin. Vor der Krippe sagten die Kinder kleine Sprüche und Gebete. Und natürlich wurden Weihnachtslieder gespielt und gesungen. Nach der sechsten Strophe „Oh du Fröhliche“ wurde die Geduld der Kinder schon sehr auf die Probe gestellt. „Man muss es doch spannend machen!“, grinst Erna Holzheu. Nachdem alle sich frohe Weihnachten gewünscht hatten, durften dann endlich die Geschenke ausgepackt werden. Aber auch das wurde zelebriert. Denn damals wurden Papier und Schnur noch sorgfältig aufgehoben und wiederverwendet. Heute noch immer stolz auf ihre
SOS-Kinderdorf-Tochter, erzählt Erna Holzheu: „Da hat die Edeltraut mal einen Einser für einen Aufsatz ‚Wie packe ich ein Paket aus?‘ in der Schule bekommen.“

Wie bei anderen Kindern auch gab es Puzzle, Spiele oder auch zu Dritt eine Eisenbahn. Die Kinderdorf-Familie nutzte den Heiligen Abend, um die Geschenke auszuprobieren, zu puzzeln und Spiele zu spielen. „Da ist niemand auf sein Zimmer gegangen, um alleine mit seinen Geschenken zu sein. Wir haben den ganzen Abend gemeinsam verbracht.“ Dann erinnern sich die beiden an Naturquartett, Memorie, das Länderspiel und das Flunderspiel. Und dass auch die SOS-Kinderdorf-Mutti mal, natürlich ganz aus Versehen, ein wenig die Regeln übertreten hat, um zu gewinnen. Damit sie genügend Zeit hatte, mitzuspielen, gab es traditionell Würstchen mit Kartoffelsalat.

Trotz aller Organisation, Struktur und Harmonie war die SOS-Kinderdorfmutter jedoch auch gefordert. Gerade die neuen Kinder, die das erste Mal Weihnachten im SOS-Kinderdorf verbrachten, seien in Gedanken oft bei ihren Herkunftsfamilien gewesen. Und dann erzählt sie die Geschichte von einem kleinen Jungen, mit dem sie im Wald Moos für die Krippe beim Krippenspiel sammeln wollte. Der kleine Junge hätte sie daraufhin ganz ängstlich angeschaut. Erst nach einer Weile verstand sie, dass er, der die ersten drei Jahre in einer Kinderkrippe aufgewachsen war, befürchtete, wieder dorthin zurück zu müssen. „Als der Bua dann beim Weihnachtsspiel hoch auf die Bühne an die Krippe gegangen ist und erlebte, was wir damit meinten, hätte ich heulen können“, so Erna Holzheu.

Am ersten und zweiten Weihnachtstag besuchten immer die ehemaligen SOS-
Kinderdorfgeschwister die Familie. Da kochte Erna Holzheu groß auf. Auch nachdem sie in Ruhestand ging und aus dem SOS-Kinderdorf auszog, behielt sie die Tradition bei und kochte auch in ihrem neuen Zuhause am ersten Weihnachtstag noch für „ihre Kinder“. Inzwischen ist sie nicht nur vielfache Mutter sondern auch vielfache Oma und Uroma, obwohl sie keine eigenen Kinder hat. Die meisten ihrer ehemaligen Schützlinge haben inzwischen eigene Partner und eigene Familien. „Heute muss sie natürlich nicht mehr für so viele Leute kochen, zumal es ja auch immer mehr werden“, so Petra Newin. Jetzt findet das Treffen der ehemaligen SOS-
Kinderdorf-Familie jedes Jahr am ersten Weihnachtstag bei SOS-Kinderdorf-Sohn Peter statt. Und natürlich ist Erna Holzheu mit dabei – und Weihnachten nie allein.


Christoph Rublack (von links) erhält dankend die wertvolle Schatztruhe von Jürgen Weber, Bernhard Schülein und Josef Motl, zur Unterstützung für ein neues Spielgerät. Foto: Mareike Spielhofen

Christoph Rublack (von links) erhält dankend die wertvolle Schatztruhe von Jürgen Weber, Bernhard Schülein und Josef Motl, zur Unterstützung für ein neues Spielgerät.
Foto: Mareike Spielhofen

Kameradschaft und „Das Boot“
helfen der „kleinen Bayern“

Anlass zu einem außergewöhnlichen Spendenaufruf war die Nachricht, dass die“ kleine Bayern“, das heißgeliebte Spielschiff im SOS-Kinderdorf Dießen, aus Sicherheitsgründen abgetakelt werden müsse. Diese Nachricht entdeckte Bernhard Schülein vom Freundeskreis der Fregatte Bayern und der Ubootkameradschaft München in der Tageszeitung. Sofort liefen die Drähte zu seinen maritimen Kameraden heiß: Informiert wurde Jürgen Weber, Geschäftsführer vom Verband Deutscher Ubootfahrer und Vorsitzender der Ubootkameradschaft München. Dieser holte noch den Vorsitzenden der Marinekameradschaft München, Josef Motl, mit „ins Boot“.

Beim Treffen der süddeutschen Ubootfahrer und bei der gemeinsamen Weihnachtsfeier der Marinekameradschaften München und Simbach sowie der Ubootkameradschaft München baten die Herren um Unterstützung und sammelten rund 500 Euro für das SOS-Kinderdorf Ammersee-
Lech in Dießen ein.

Und Jürgen Weber hatte noch ein besonderes „Zuckerl“ parat: Denn er war als Fregattenkapitän a.D. militärischer Berater der aktuellen Neuverfilmung „Das Boot“. Bei einer Filmvorführung der ersten beiden Folgen der Serie im Kino von Bavaria Fiction spendeten die geladenen Mitglieder der Marine- und Ubootkameradschaften weitere 280 Euro. Und es stehe sogar eine weitere Filmvorführung an, bei der er ebenfalls um Spenden bitten wird, verriet Jürgen Weber Christoph Rublack vom SOS-Kinderdorf, der die kleine, handgefertigte Schatztruhe mit dem Geld dankbar annahm. Diese brachten die drei Herren persönlich beim SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech vorbei und informierten sich vor Ort über den Zustand der kleinen Bayern.


SOS_Familien_WG_Landsberg

Johanna Lochner (von links) vermietet Zimmer an die beiden Eritreer Ali und Mohamed unter. Ihre Tochter hat sie dazu ermutigt. Foto: Mareike Spielhofen

„Bei uns wohnt Mohamed Ali“
Ärztin Johanna Lochner nimmt zwei junge Flüchtlinge auf

„Es ist ein schönes Zusammenleben – sehr bereichernd!“ Die Ärztin Johanna Lochner hat sich auf ein für Außenstehende zunächst ungewöhnlich und mutig erscheinendes Modell des Wohnens eingelassen. Sie vermietet Zimmer im Haus in einem Wohngebiet nahe der Landsberger Innenstadt an zwei junge Eritreer unter. „Ich finde die jungen Leute viel mutiger, die kommen hierher, ohne jeden Rückhalt, völlig ins Unbekannte“, reagiert sie auf erstauntes Fragen.

Sie alle nennen es „Familien-WG“ und vergleichen es liebevoll mit einer Patchwork-Familie. Es wirkt auch wie Familie: In entspannter, vertrauensvoller Atmosphäre sitzen Johanna Lochner, ihre 21-jährige Tochter Malina sowie Mohamed und Ali gemeinsam um den Küchentisch in der gemütlichen Küche, trinken Espresso und sind in Gespräche vertieft. „Meine Kinder haben mich eigentlich zu diesem Schritt ermutigt“, erzählt Johanna Lochner. Natürlich spielte dabei auch die finanzielle Erleichterung durch die Beteiligung an der Miete eine Rolle. Und ihre Tochter fügt hinzu: „Sie sind auch nicht anders als deutsche Jugendliche, außerdem haben sie viel Unterstützung.“ Während sie studiert und nur an manchen Wochenenden daheim ist, lebt der 17-jährige Sohn Yanek noch zu Hause.

Die Idee zu dieser WG entstand aufgrund einer Anzeige von SOS-Kinderdorf. Hier ging es zwar um die Suche nach ganzen Häusern für junge Flüchtlinge, dennoch wendete sich SOS-
Mitarbeiterin Miriam Winsweiler dankbar an die Familie. Denn Mohamed und Ali kamen als minderjährige unbegleitete Flüchtlinge vor ein paar Jahren in eine der betreuten Wohngruppen des SOS-Kinderdorfs nach Landsberg. Nachdem sie 18 Jahre wurden, zogen sie in das so genannte teilbetreute Wohnen um, das ebenfalls von SOS-Kinderdorf angeboten wird.

Mit 21 Jahren – und das werden die beiden bald - müssten sie jedoch dort ausziehen. Daher kam das WG-Angebot sehr gelegen. „Miriam von SOS-Kinderdorf war dabei eine Schlüsselfigur für uns“, betont Johanna Lochner. „Sie genießt unser Vertrauen, aber auch das von Mohamed und Ali.“ Die Mitarbeiterin von SOS-Kinderdorf, die einen der beiden jungen Männer schon längere Zeit kennt, hat sie bewusst zusammen mit ihren Kollegen für diese Familie ausgesucht. Sie hatte von vorne herein das Gefühl, das könnte gut klappen.

SOS-Kinderdorf greift den beiden Flüchtlingen auch bei Anträgen und Schriftverkehr immer wieder unter die Arme. „Ich kann mich nicht in ihre Verwaltungsangelegenheiten einarbeiten“, so Johanna Lochner. „Es ist uns sehr bewusst, dass wir durch die Unterstützung durch
SOS-Kinderdorf in einer sehr guten Situation sind.“ Auch Malina bestätigt den Vorteil, den die jungen Männer haben, wenn sie sich mit Hilfe der SOS-Mitarbeiter
auf ein Mietangebot melden.

Die zwei jungen Eritreer haben in den letzten Jahren viel erlebt und durchgemacht. So ist Ali mit 15 Jahren aus seiner Heimat geflüchtet. Mit 17 Jahren kam er schließlich nach
Deutschland. Die Geschichten sind, wie bei allen Flüchtlingen, haarsträubend. Wer verlässt schon als Jugendlicher freiwillig seine Familie? Die hat Ali nun schon viele Jahre nicht gesehen. „Ich telefoniere mit ihnen zirka einmal im Monat“, erzählt er in gutem Deutsch. An das Leben in Deutschland musste er sich erst gewöhnen. „Bei uns ist es ganz anders.“ Vor allem die Pünktlichkeit, die Regeln und die vielen Formulare, die er nicht versteht. Doch WG-tauglich ist er. Denn er kommt aus einer Großfamilie und ist es gewohnt, in gutem Miteinander zu leben.

Auch Johanna Lochner stammt aus einer großen Familie und ist es gewöhnt Menschen um sich zu haben. „Ich freue mich, wenn ich abends heimkomme und es sitzt jemand in meiner Küche“, erzählt die Ärztin, die eine Assistenzarztstelle in einer kleinen Klinik hat und zusätzlich eine „kleine Selbständigkeit“ in einer Gemeinschaftspraxis. Fast jeden Abend wird zusammen oder nebeneinander gekocht. Dabei unterhalten sie sich zum Beispiel über Musik und über kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Ländern. „Ich glaube, dass die Flüchtlinge eine riesengroße Chance für unsere Kultur sind, wo Einsamkeit, Mauern und Zäune viele Menschen unglücklich machen“, philosophiert Johanna Lochner. „Es sind sehr schöne Dinge, die die jungen Menschen uns mitbringen, nicht nur ihre Arbeitskraft.“

Aber auch die Arbeitskraft ist ein wichtiges „Mitbringsel“ für die Gesellschaft: Während Mohamed noch zur Schule geht, macht Ali nach seinem bestandenen Mittelschulabschluss eine Schreinerausbildung. Das erste Jahr ist ein Berufsschuljahr und für den kommenden Sommer sucht er noch eine Lehrstelle. Für den fleißigen jungen Mann sollte das kein Problem sein.

Er und auch Mohamed haben sich auch in die gemeinsamen Aufgaben eines Familienlebens eingefügt. „Ich musste die meisten Dinge gar nicht aussprechen, es funktioniert vieles von allein“, so Johanna Lochner. Wie ein ordentlicher Haushalt geführt wird, haben die beiden jungen Männer in der WG des SOS-Kinderdorfs und im teilbetreuten Wohnen, aber explizit auch beim Mietführerschein gelernt. Bei dem Kursangebot des Landratsamtes lernen junge Flüchtlinge beispielsweise zu putzen, die Waschmaschine zu bedienen, Müll zu trennen, richtig zu heizen und zu kochen. „Das könnte so mancher Deutsche auch gebrauchen!“, lacht Johanna Lochner.

Auch die Nachbarn und Freunde freuen sich über die neuen Mitbewohner, die die Hecke schneiden, Holz machen, Äpfel klauben und Laub zusammenrechen. Einige, die vorher etwas skeptisch waren, überzeugte dies positiv von der neuen Nachbarschaft. „Die meisten Leute hier sind offen und sehr wohlgesonnen. Wir haben gute Bedingungen hier.“

Die beiden Flüchtlinge haben mit dieser Familie großes Glück gehabt. Das wissen sie auch. Viele ihrer Kameraden suchen noch nach Wohnmöglichkeiten. Viele der in der großen Flüchtlingswelle nach Deutschland gekommenen, damals Minderjährigen werden jetzt erwachsen. Damit fallen sie nicht mehr unter den Jugendschutz und haben keinen Anspruch mehr darauf, in teilbetreuten Wohneinheiten zu leben. Wenn sie keine bezahlbare Wohnung finden, müssen sie in die großen Flüchtlingsunterkünfte, mit Mehrbettzimmern oder sogar in große Turnhallen, ohne Privatsphäre. „Dass dann die meisten ihren Schulabschluss nicht schaffen oder ihre Lehre abbrechen, weil sie keinen ruhigen Platz zum Lernen haben, Ängste haben, Konflikte entstehen und sie sich verunsichert und unwohl fühlen, ist nachvollziehbar“, so Martina Moritz-Mayr von SOS-Kinderdorf.

Daher suchen derzeit noch einige der jungen Erwachsenen Zimmer bei Familien oder Privatleuten. SOS-Kinderdorf hilft bei der Vermittlung, schaut darauf, wer gut passt und unterstützt bei auftauchenden Fragestellungen oder Problemen. „Mit Miriam vom SOS-
Kinderdorf war die Zusammenarbeit vom ersten Augenblick so gut, dass wir uns sicher waren: wenn sie uns zwei junge Männer aussucht, dann hat die ganze Sache Hand und Fuß.“ Aus ihrem WG-Erfahrungsschatz empfiehlt Johanna Lochner, die Dinge immer sofort anzusprechen. „Es reicht meistens aus, dass wir uns als Familie im Klaren sind, was wir wollen.“

Ali, der am Tisch der Familie Lochner sitzt, der nun auch sein Platz ist, richtet seinen Blick für einen kurzen Moment in die Ferne: „Das beste Leben ist mit der Familie zusammen zu sein, aber nun habe ich hier auch eine Familie gefunden.“

Infos für Vermieter von Wohnraum: SOS-Kinderdorf, Martina Moritz, Tel. 08191 6572412, martina.moritz@sos-kinderdorf.de.


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Viel Beifall gab es bei der Mitgliederversammlung des SOS-Kinderdorf e.V. für die Kinderband „Karacho“. Sie hatten mit ihren Liedern für die passende Musik gesorgt. Fotos: Petra Stadler

Bildung eröffnet Kindern Chancen
Jahresversammlung der Mitglieder des SOS-Kinderdorf-Vereins

Die rund 80 Anwesenden der diesjährigen Mitgliederversammlung von SOS-Kinderdorf e.V., die traditionell im Dießener SOS-Kinderdorf stattfindet, befassten sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Bildung als Schlüssel gegen Armut. Vorstandsvorsitzender Dr. Kay Vorwerk stellte den Jahresbericht 2018 vor und berichtete, mit welchen Aufgaben sich der Verein im letzten Jahr beschäftigte.

Doch zuvor brachte die Kinderband Karacho unter Leitung von Roger Kretschmann die Gesellschaft in Schwung. Mit dem Song „Wenn ich den See seh‘, brauch ich kein Meer mehr…“ zeigten sie auf ihre Art, wie gut es ihnen im SOS-Kinderdorf am Ammersee geht. Dass „die Kinder behütet aufwachsen dürfen, in dieser wunderschönen Gegend, wo andere Urlaub machen“, betonte auch der stellvertretende Landrat des Landkreises Landsberg Peter Ditsch, und lobt die gute Zusammenarbeit mit dem zuverlässigen Partner SOS-Kinderdorf.

„Mehr benachteiligte junge Menschen gestalten ihr Leben erfolgreich“, lautet das zentrale Ziel der Strategie 2024 von SOS-Kinderdorf e.V. Dazu wurden 2018, laut Vorwerk, wichtige Weichen gestellt. Entwickelte Maßnahmen sollen 2019 in die Praxis umgesetzt werden. Ein zentrales Handlungsfeld, nämlich die Chancen der Digitalisierung umfassend zu nutzen, hat der Verein schon in diesem Jahr mit seinem neuen Internetauftritt aufgegriffen. „Wir möchten damit unsere Arbeit inhaltlich so transparent und nahbar wie möglich vermitteln“, so der Vorstandsvorsitzende. Insbesondere junge Familien und junge Leute sollen über den Weg von SOS-Kinderdorf angesprochen werden.

Bildungschancen und Armut sind miteinander verknüpft
In Deutschland ist fast jedes fünfte Kind von Armut betroffen. „Das ist für uns nicht hinnehmbar“, betonte Dr. Kay Vorwerk. So fordert der Verein von der Bundesregierung ein Gesamtkonzept und sucht den Dialog mit der Politik. Dies ist insbesondere bei zwei Abendveranstaltungen in der neuen „Botschaft für Kinder“ in Berlin gelungen, bei denen neben der interessierten Öffentlichkeit, zahlreiche Mitglieder des Bundestages teilnahmen.

Dass Kinderarmut kein politisches Tabuthema ist, stellte auch die Vorsitzende des Verwaltungsrats, Dr. Gitta Trauernicht, in ihrer Rede an die Mitglieder fest. Es gebe einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Kinderarmut in Deutschland und mangelnden Bildungschancen. Auch die gesellschaftlichen Teilhabemöglichkeiten sind eng mit dem Bildungsabschluss verbunden. „Daher ist es für den SOS-Kinderdorfverein entscheidend, dass jedes Kind von Anfang an an faire Bildungschancen herangeführt wird“, betont Vorwerk. Dafür engagiere sich SOS-Kinderdorf auch im Ausland.

Damit die Mitglieder einen Eindruck davon bekamen, hatte Dr. Kay Vorwerk eindrucksvolle Bilder von seiner Reise nach Nepal mitgebracht. Nach dem verheerenden Erdbeben 2015 engagierte sich SOS-Kinderdorf hier mit einer Reihe von Hilfeleistungen. Schulen wurden neu aufgebaut, ausgeweitet und für weitere Erdbeben Versammlungsräume errichtet. Insbesondere Mädchen, die in Nepal in der Regel nach der 8. Klasse die Schule verlassen, sollen die Möglichkeit erhalten, das Abitur zu machen. Mehrere Standorte in Nepal wird SOS-Kinderdorf Deutschland vom Schweizer Partner übernehmen, der derzeit Probleme mit der Finanzierung dieser Einrichtungen hat. „Wir möchten nicht, dass die Kinder in Nepal darunter leiden
müssen“, so Vorwerk. So sei der deutsche Verein damit der größte Förderverein in Nepal und mit Abstand der größte in der Kinderdorf-Familie weltweit.

Aber auch in Deutschland wird fleißig erweitert, zum Beispiel an Standorten wie Hamburg, Essen und Dortmund. „Wir sind national und weltweit aktiv. Wir wollen weiter wachsen und mehr tun für benachteiligte Menschen, so viel wie in unserer Macht steht!“

Die Erweiterung des SOS-Kinderdorfs in Dießen um mehrere Familienhäuser in den kommenden Jahren freute auch Bürgermeister Herbert Kirsch, der die schon jahrzehntelange harmonische Zusammenarbeit mit dem SOS-Kinderdorf betonte. „Sie haben mir als Bürgermeister auch mit der neuen Kinderkrippe aus der Patsche geholfen!“ Der Verein ist nämlich nicht nur in der stationären Kinder- und Jugendhilfe tätig, sondern erweitert sich mehr und mehr mit zahlreichen ambulanten und offenen Angeboten für Kinder, Jugendlich, junge Flüchtlinge und Familien. So wurden 2017 insgesamt 110.000 Menschen in Deutschland erreicht.

Am Ende bedankte sich Dr. Kay Vorwerk noch mal bei den Mitarbeitern und den
Ehrenamtlichen, den Spendern, Paten und Kooperations-Unternehmen. Sie alle täten ihren Dienst, um all das zu realisieren, was sich der Verein vorgenommen habe.

Vorstandsvorsitzender
Dr. Kay Vorwerk (links) bedankte sich beim stellvertretenden Landrat Peter Ditsch für
die Grußworte.

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Tel. 0 83 74-80 81

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