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SOS_Landratmit Offiziellen_0576

von hinten links: Landrat Thomas Eichinger, Schauspielerin und Ehrenbotschafterin von SOS, Ursula Buschhorn, Bürgermeister Herbert Kirsch, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer von SOS-Kinderdorf e.V. feiern mit Einrichtungsleiterin Dr. Susanne Dillitzer.
Fotos: Mareike Spielhofen

SOS_Kindertanztheater

Eine UFO-Landung im Kinderdorf in 2003: Ob das stimmt, was die Kinder hier tanzenderweise zu Will Smiths Men in Black erzählen?

60 Jahre – eine Reise durch die Zeit
Das SOS-Kinderdorf in Dießen feierte 60jähriges Jubiläum

„Den Einzug der ersten Kinder vor 60 Jahren zu feiern, ist ein gutes Datum“, lobte
Dr. Kay Vorwerk, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer des gemeinnützigen Vereins SOS-Kinderdorf in seiner Rede im Rahmen des Jubiläumsfestes im
SOS-Kinderdorf. Souverän hatte Tara, eine Jugendliche aus dem SOS-Kinderdorf, ihn angekündigt und führte weiter durch das offizielle Programm.


Auch Landrat Thomas Eichinger kam und sprach zu den zahlreich erschienenen Besuchern – rund 800 Gäste, davon rund 160 Ehemalige sowie Spender und Menschen, die dem
SOS-Kinderdorf verbunden sind oder sich darüber informieren wollten. „Braucht es in heutigen Zeiten noch ein SOS-Kinderdorf?“, fragte Eichinger und gab darauf selber die Antwort. Denn obwohl wir in unsere Gesellschaft vieles hätten, scheitern Menschen und Familien manchmal oder machen schwere Zeiten durch. Da brauche es Einrichtungen, die Hilfe leisten. „Wir sind stolz darauf, SOS in unserem Landkreis zu haben“, betonte er weiter – und übergab zum Dank einen Umschlag mit 500 Euro.

Bürgermeister Herbert Kirsch würdigte die gute Zusammenarbeit mit dem SOS-Kinderdorf. Im Laufe der Zeit seien auch andere Angebote entstanden, wie die Kindertagesstätte und der Hort, die auch Dießens Familien zugute kämen. Und auch mit den Flüchtlingskindern sei SOS erste Anlaufstelle mit schneller Hilfe und kurzem Dienstweg gewesen.

Zwischen den Reden durften die Besucher sich ein wenig lockern, bei einem Tanz durch
60 Jahre, das vom Kindertanztheater des SOS-Kinderdorfes unter Leitung von Susanne und Roger Kretschmann aufgeführt wurde. Mit Musik von Bill Haley, ABBA, Shakira und Will Smith erzählten die Kinder tanzenderweise Welt- und Kinderdorfgeschichten.

Draußen erwartete die Besucher ein weiteres buntes Programm, mit vielen Spielstationen, Seilbahn und Hüpfburg sowie reichlich Verpflegung und Führungen durchs Dorf.


SOS-Kinderdorf_Kunstwerk

Susanne Dillitzer (Bildmitte) weiht mit den beteiligten Kindern sowie Roger Kretschmann(Vierter von hinten rechts) und Jan Volkmer (Erster von rechts) das Kunstwerk aus Kacheln und einem Windspiel am Dorfeingang ein. Fotos: Mareike Spielhofen

60 Jahre – 60 Kilometer
Zum Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten laufen Kinder und Erwachsene
des SOS-Kinderdorfs in Dießen einmal um den Ammersee


Wie passend, dass die Umrundung des Ammersees, mit kleinem Schwenker, rund
60 Kilometer beträgt. So entstand die Idee, für jedes Jahr, das es das SOS-Kinderdorf Ammersee-Lech gibt einen gemeinsamen Kilometer zu laufen. Die Idee zu diesem dorfinternen Auftakt der Festlichkeiten zur 60-Jahr-Feier hatten Jan Volkmer und Roger Kretschmann.

Unter großem Jubel und Trommelwirbel der SOS-Kinderband Karacho wurden die Läufer am Dorfeingang empfangen. „Ich bin 20 Kilometer gelaufen, von Dießen nach Schondorf und dann ab Herrsching noch mal ein Stück“, berichte ein 15-Jähriger stolz, während eine Siebenjährige munter plappernd bestätigte, dass auch sie ganz weit gelaufen sei. „Die Kinder waren wirklich gut, sie haben uns Erwachsenen keine Pause gegönnt“, berichtete Einrichtungsleiterin Susanne Dillitzer, etwas verschwitzt und außer Puste. Nach einem gemeinsamen Lied „Wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr“ mit der Karacho-Band konnten alle Läufer wieder ruhig atmen und es folgte ein weiterer Höhepunkt des Tages:

Die Enthüllung eines unter einem Schwungtuch versteckten Kunstwerks am Dorfeingang, das Roger Kretschmann in der Kunstwerkstatt gemeinsam mit den Kindern und Erwachsenen des SOS-Kinderdorfes schon seit Monaten vorbereitete. Vorher dankten Susanne Dillitzer und Roger Kretschmann allen Beteiligten, zum Beispiel der Firma Lösche, die unkompliziert bei einem Tonengpass ausgeholfen hat, der Firma Kuchler, die die Garten- und Bodengestaltung übernommen hat, der Firma Bukoll, deren Mitarbeiter beim Aufbau mit angepackt haben und Kunstschlosser Walter Spensberger, der in seiner Werkstatt half, das Mobile zu schweißen.

Auch den Dorfmeistern Markus Obermaier und Manfred Bauer, die bei der Entwicklung und beim Bau aushalfen, wurde gedankt. Aber im Mittelpunkt standen die Kinder und Jugendlichen, die den Sockel in Form von Kacheln in wochenlanger Arbeit gestaltet haben. Unter lautem Trommelwirbel enthüllen sie ihr Kunstwerk und jeder suchte und bejubelte am Sockel seine Kachel, mit der er oder sie sich am Eingang des SOS-Kinderdorfes verewigt hat.

Die Hand war meine! In wochenlanger Arbeit haben die Kinder des SOS-Kinderdorfs und des Kinderhorts Kacheln für das Kunstwerk hergestellt und sich somit am Dorfeingang verewigt.

SOS-Kinderdorf_Kunstwerk-Hand

SOS_Musikschule_Rosenheim_2

Die Kinder der Musikschule Rosenheim zeigten den SOS-Kinderdorf-Kindern bei einem Konzert mit anschließender Instrumentenprobe, wie schön es ist, ein Instrument zu spielen.
Foto: Christoph Rublack

Schnelle Haie und wiegende Korallen
Kinderorchester Rosenheim besucht das SOS-Kinderdorf

Mit Geigen, Kontrabass und Cello trafen 13 junge Musiker vom Suzuki-Kinderorchester Rosenheim im SOS-Kinderdorf ein, um ihren etwa gleichaltrigen Zuhörern aus dem
SOS-Kinderdorf ihre Instrumente zu präsentieren.


In einem halbstündigen Konzert spielten die Acht- bis Zehnjährigen drei Suiten von Kathy und David Blackwell. Das Meer mit schnell herannahenden, bedrohlichen Haien, und Korallen, die sich sanft in der Strömung wiegen: Orchesterleiterin Agnes Csonka Ristivojevic erklärte anschaulich, was in den Musikstücken ausgedrückt wird und verschaffte den Kindern somit einen Zugang zur Musik.

Dass die Kinder aus den SOS-Kinderdorffamilien und dem Hort sich von der Begeisterung des Kinderorchesters anstecken ließen, zeigte sich im Anschluss an das Konzert. Denn sie durften danach auf „Tuchfühlung“ mit den Instrumenten gehen und sie ausprobieren. Die jungen Musiker zeigten ihnen, wie man Geige und Bogen hält und motivierten sie, über die Seiten zu streichen und verschiedene Töne zu erzeugen. „Ich möchte auch gerne Geige lernen, oder Cello, oder Kontrabass“.

Davon waren fast alle Kinder im Anschluss überzeugt. Die Idee für den Besuch des Kinderorchesters im SOS-Kinderdorf stammte von Schauspieler Manfred Stecher. Dessen Sohn ist Cellist im Kinder-Orchester Rosenheim und er selber ist SOS-Kinderdorf-Pate. Stecher ließ es sich dann auch nicht nehmen, mit dabei zu sein. Im Anschluss an Konzert und Instrumentenprobe erhielten die jungen Musiker noch eine Führung durch das SOS-Kinderdorf.

SOS_BrüderStecher

Die Kinder der Musikschule Rosenheim wurden begleitet durch ihre Orchesterleiterin Agnes Csonka Ristivojevic (Vierte von rechts). Überraschungsgast war Schauspieler Manfred Stecher (Zweiter von rechts) und später kam auch noch sein Zwillingsbruder, SOS-Botschafter und ebenfalls Schauspieler Alexander Stecher (ganz rechts) hinzu. Foto: Alexander Ristivojevic


SOS_Foto3

Viele bunte Kacheln sind schon fertig gestaltet. Jede ist für sich ein kleines Kunstwerk, das sich zu einem großen zusammenfügen wird. Fotos: Mareike Spielhofen

Enthüllung nach Fackellauf
Monumentales Kunstwerk zur 60-Jahr-Feier
im SOS-Kinderdorf

„Roger, gibst du mir das Zinnoberrot? Was ist eigentlich Zinnober?“ Fragend nimmt die junge Künstlerin aus dem SOS-Kinderdorf-Hort den Lasurtopf mit der merkwürdigen Farbbezeichnung hoch. „Keine Ahnung“, grinst Roger Kretschmann, Leiter der Kunstwerkstatt im SOS-Kinderdorf in Dießen. Es entbrennt eine lebhafte Diskussion um Farbnamen, wie Kanariengelb, Hollandblau oder Avocadogrün, während die rund zehn Kinder und Jugendlichen eifrig ihre selbst gestalteten Tonkacheln lasieren. Denn beim Jahresprojekt der Kunstwerkstatt, die in diesem Jahr ganz im Lichte des 60-jährigen Jubiläums des SOS-Kinderdorfes steht, gestalten die Beteiligten ein großes Mobile auf einem Betonsockel, der mit den bunten Tonkacheln geschmückt wird.

An einem der breiten Holzwerktische sitzt eine noch ganz junge Künstlerin, die im
SOS-Kinderdorf wohnt. Hochkonzentriert, die Zunge zwischen die Zähne geklemmt, ritzt sie in eine noch rohe Tonkachel ihr Motiv: Ein Pferd. Erzieherin Maria Menter aus der Kindertagesstätte, die Kretschmann in der Kunstwerkstatt unterstützt, sitzt neben dem Mädchen und gibt ein paar Tipps. „Nicht zu fest einritzen, sonst gibt es ein Loch“, erklärt sie und hilft, das Loch in der Kachel wieder zu schließen.

An einem anderen Tisch, an dem die schon mit Motiven versehenen, gebrannten Kacheln lasiert werden, malt ein Mädchen mit mutigen Strichen ihren die Kachel fast ausfüllenden Roboter in Zinnoberrot an. Der kleine Junge neben ihr streicht ein wenig zaghaft sein Segelboot in Azurblau. Eine Jugendliche hat eine Weltkarte auf die Kachel geritzt, die sie nun mit feinen, exakten Pinselstrichen bearbeitet. „Die wird ja wunderschön!“ Roger Kretschmann geht von einem zum anderen, macht ein paar Vorschläge und verteilt ganz viel Lob. Vorgegeben wurde den Kindern nur, das „was sie lieben“ auf die Kachel zu bringen. „Versucht dabei nur eines auszudrücken, dann wirkt es als Symbol stärker“, erklärt er den jungen Künstlern. Fabelwesen, Einhörner, Ritterburgen, Blumen, Löwen und Fische zeichnen die jungen Künstler auf die Tonflächen.

„Bei Kunst entsteht etwas im Tun. Dabei ist es wertvoll, Räume offen zu lassen für Dinge, die passieren“, so Kretschmann. Außerdem ist ihm wichtig, dass das Ergebnis immer ein wenig überrascht und für die Kinder etwas Schönes dabei herauskommt. Die Kunstwerkstatt gibt es nun schon seit mehr als 15 Jahren. Dabei konzipiert Kretschmann jährlich ein neues Jahresprojekt mit verschiedenen, immer aufs neue überraschenden Techniken, wie Materialdruck, Elektroschrottskulpturen, Holzschnitt, oder Bleistiftzeichnungen auf schwarzer Ölfarbe, die anschließend mit Aquarellfarbe koloriert wurden - eine Technik, mit der Paul Klee schon arbeitete.

Die Kinder aus dem SOS-Kinderdorf und aus der auf dem Gelände befindlichen Kindertagesstätte können sich für die Jahresprojekte jeweils entscheiden und treffen sich dann regelmäßig einmal in der Woche für zwei Stunden in den Werkstatträumen, um gemeinsam an ihrem Projekt zu arbeiten. Dass der Schaffensprozess in der Gemeinschaft stattfindet, ist Kretschmann ebenfalls wichtig. Ihre Jahreswerke konnten die Kinder und Jugendlichen dann auch schon der Öffentlichkeit präsentieren, zum Beispiel im Rahmen von Ausstellungen im Dießener Taubenturm, im AWO-Seniorenpark oder in der Sparkasse.

Dieses Jahr verewigen sich die jungen Künstler sogar mit ihrer eigens gestalteten Tonkachel, die den bunten Sockel des Windspiels bilden werden. Jeder aus dem SOS-Kinderdorf darf sich diesmal an der Kunstaktion beteiligen und eine Kachel zum Kunstwerk beisteuern. In einem Ferienprojekt formen Kinder für die obere Fläche des Sockels sogar noch Tonskulpturen. Zu Ehren des Jubiläums wird das Kunstwerk dann am Eingang des SOS-Kinderdorfs aufgestellt. Hilfestellung bei der technischen Konstruktion leistet dabei Dorfmeister Manfred Bauer.

Enthüllt wird das Monument am Sonntag, den 3. Juni, nach einem 60-Kilometer-Staffellauf rund um den Ammersee. Denn Kretschmanns ebenfalls große Leidenschaft ist das Laufen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Jan Volkmer entwickelte er die Idee, dass Kinder, Jugendliche und Mitarbeiter des SOS-Kinderdorfes zum Jubiläum eine Fackel rund um den See tragen. Anschließend findet im Rahmen eines kleinen Festes dann die Enthüllung statt. Die Aktion wird die Feierlichkeiten zum 60-jährigen Jubiläum des SOS-Kinderdorfes einleiten, das am Samstag den 9. Juni mit einem Tag der offenen Tür offiziell gefeiert wird.

Derweil legt Kretschmann noch Woche für Woche Tonrohlinge in einen Korb und bringt diese zum SOS-Kinderdorf-eigenen Brennofen. Zunächst steht der sogenannte Schrühbrand bei 900 Grad Celsius an. Nach dem Lasieren werden die Kacheln ein zweites Mal gebrannt. Jetzt erhält die stumpfe Lasur ihre wunderschöne glänzende und kräftige Farbe. Dies ist wieder einmal ein Überraschungseffekt der angewandten Technik: Die schönen Motive kommen erst jetzt als kleine Kunstwerke richtig zur Geltung. Gemeinsam am Sockel des Monuments angebracht, werden sie in voller Pracht für alle Besucher des SOS-Kinderdorfes als großes Kunstwerk zu bestaunen sein.

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Fröhlich wird über die Farbbezeichnungen geplaudert, während die Bilder auf den Kacheln bunte Anstriche erhalten.

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Der Leiter der Kunstwerkstatt, Roger Kretschmann,
setzt vorsichtig die noch „rohen“ Tonkacheln in den Ofen,
um sie im Schrühbrand zu festigen und für die Lasur vorzubereiten.

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Kunstmalerin Heidi Winkler
Wohlmutserweg 2
87463 Dietmannsried
Tel. 0 83 74-80 81

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