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SOS_Deutsche Meisterschaft2

Fotos: Mona Recher

SOS_Deutsche Meisterschaft1

Team Chenes spielt fair bei Deutscher Meisterschaft
Sie haben „ausgesprochen fair“ gespielt und dann noch den 6. Platz bei der Deutschen Meisterschaft geschafft. Trainer Patrik Krompholz ist deshalb „total zufrieden“ mit seinem „Team Chenes“. Die 15 von SOS-Kinderdorf betreuten jugendlichen Asylbewerber waren zwar anfangs etwas enttäuscht, weil in ihren Augen bei der Straßenfußball-Meisterschaft in Nürnberg „mehr drin“ gewesen wäre. Doch dann freuten sie sich, dass sie ihre zehn Fair-
Play-Punkte bei allen Spielen des mit 18 Mannschaften sehr gut besuchten Turniers behalten hatten – ein Zeichen dafür, wie sauber und fair die Jugendlichen sich auf dem Platz
benahmen. Angetreten waren die Sportler aus Landsberg in Fußballschuhen,
die Sport 2000 spendiert hatte.


SOS_Schulabschluss

Ein Teil der erfolgreichen Schulabsolventen mit Lehrern, Ehrenamtlichen und Koordinatorin Angelika Hammer-von Au (sitzend Mitte).
Foto: Daniela Hollrotter

Deutsch-Neuling schafft tollen Schulabschluss
Mittlere
Reife für Kelvin aus dem SOS-Kinderdorf

Leicht war es nicht, aber er hat es geschafft. Nur zwei Jahre nach seiner Ankunft in Deutschland hat der 17-jährige Kelvin aus Nigeria die Mittlere Reife abgelegt – als Zweitbester seiner Abschlussklasse in der Carl-Orff-Schule in Dießen. Dabei sprach der Jugendliche noch vor 25 Monaten kein einziges Wort Deutsch. Einen Riesenerfolg feierte zudem die SOS-interne Schule für jugendliche unbegleitete Asylbewerber: Neun von 17 Schülern legten als Externe erfolgreich die Prüfung zum Quali ab und sechs holten sich den Mittelschulabschluss.
Als Kelvin im Oktober 2015 in das SOS-Kinderdorf Dießen kam, beherrschte er nur wenige Sätze: „Guten Morgen“, „Ich heiße Kelvin“ und „Ich komme aus Nigeria“, erzählt der Jugendliche schmunzelnd. Die ersten Wochen verbrachte er ausschließlich in der Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Asylbewerber, danach ging er in die Übergangsklasse der Carl-Orff-Schule. Kelvin beherrschte zwar Englisch, die Amtssprache in seiner Heimat. Doch an Deutsch wollte er sich anfangs nicht heranwagen. „Das war einfach zu kompliziert“, sagt er – wer kann schon verstehen, warum es der Baum, die Schachtel oder das Schwein heißt. Irgendwann aber packte ihn der Ehrgeiz: „Du bist jetzt fünf Monate in Deutschland, jetzt musst Du Deutsch lernen“, sagte er zu sich selbst. Er bat seine Betreuer um Bücher – und begann zu büffeln, auch mit Hilfe von YouTube. Bald wechselte er von der Übergangs- in die 9. Klasse. Den Quali konnte er vergangenes Jahr nicht ablegen, dazu war er zu spät in die Klasse gekommen. Doch sein Lehrer und die Betreuer im SOS-Kinderdorf ermutigten ihn dazu, den M-Zweig zu wählen und auf die Mittlere Reife hin zu arbeiten. Kelvin weigerte sich zunächst strikt, doch dann wollte er es doch versuchen.
„Der erste und der zweite Monat waren nicht so gut“, grinst der Jugendliche. Doch ab dem dritten Monat ging es schon besser. Er passte gut im Unterricht auf, fragte viel nach und holte sich die restlichen Informationen zu Hause mit dem Translator, wenn er etwas nicht verstanden hatte. Zum Glück war der Schulstoff in seiner Heimat Nigeria ähnlich. Allerdings musste er alle Prüfungen auf Deutsch schreiben, auch die Aufsätze und natürlich Übersetzungen aus dem Englischen. Umso stolzer waren Lehrer und Betreuer auf ihn, als er am Ende mit einem Notenschnitt von 1,8 den zweitbesten Abschluss der Klasse erzielte. Kelvin umgekehrt ist seiner neuen Heimat sehr dankbar dafür, dass er in Deutschland die Chance bekommen hat, in die Schule zu gehen und dort Freunde zu finden. Besonders wichtig ist ihm SOS-Kinderdorfmutter Katrin Schlummer, die ihn von Anfang an betreut hat und in deren neu gegründeter SOS-Kinderdorffamilie er jetzt zusammen mit fünf Kinderdorfgeschwistern lebt. „Sie ist wie eine Mutter immer für mich da“,
sagt der 17-Jährige.
Auch die Schüler der SOS-internen Schule erhielten viel Unterstützung – von den Lehrern, den Betreuern und etlichen Ehrenamtlichen, die nachmittags mit den Jugendlichen aus Dießen, Landsberg und Kaufering paukten. Jetzt sind alle froh und erleichtert, dass sich die Mühen gelohnt haben. Einige der Absolventen haben bereits einen Ausbildungsplatz, andere suchen noch – und viele wünschen sich, weil sie inzwischen volljährig sind, eine eigene Wohnung oder ein Zimmer, gerne auch mit Familienanschluss. Auch Kelvin freut sich, dass er bereits einen Ausbildungsplatz hat – als Hotelfachmann im Vier-Sterne-Hotel „Leonardo Royal“ in München. Die künftigen Kollegen dort hat er bei einem zweiwöchigen Praktikum überzeugt. Er freut sich auf die Ausbildung, bei der er mit Menschen aus verschiedenen Ländern in Berührung kommt und „ganz viel lernen“ wird. Später kann Kelvin ganz verschiedene Bereiche wählen, darunter Marketing, Rezeption oder Küche. Und vielleicht setzt er ja irgendwann noch das Abitur darauf und beginnt zu studieren …


SOS_Sommerfest Grill
SOS_Sommerfest Staffellauf

Fotos: Daniela Hollrotter

Sommerfest mit Spiel, Spaß und Theaterstück
Spiel, Spaß, Theater und tolle Neuigkeiten gab’s beim diesjährigen Sommerfest im SOS-
Kinderdorf. Die Bereichsleiter freuten sich, dass einige Jugendliche erfolgreich den Quali oder die Mittlere Reife erworben und zum Teil schon einen Ausbildungsplatz sicher haben. Außerdem waren ein paar ehemalige Kinderdorf-Kinder zum Fest gekommen, die ihre Ausbildung bereits abgeschlossen haben. Sie unterhielten sich mit den Erwachsenen bei Kaffee, Kuchen und Gegrilltem, während die Kleineren sich bei der Olympiade im Gummistiefel-
Weitwurf, beim Hufeisenwerfen, Steinesuchen, Kegeln oder im Staffellauf miteinander maßen. Zu Beginn hatten zwölf Buben und Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf und vom SOS-
Stadtteiltreff in der Widmannstraße in München noch einmal das in den Faschingsferien einstudierte Theaterstück „Des Kaisers neue Kleider“ aufgeführt.

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